Markenlexikon

YouTube

Ursprungsland: USA

Der Grafikdesigner Chad Hurley (*1977), der in Taiwan geborene Informatiker Steven Shih (Steve) Chen (* 1978) und Jawed Karim (* 1979), ein in Merseburg geborener Informatiker, der mit seinen Eltern 1992 in die USA ausgewandert war, lernten sich als Angestellte des Bezahldienstes PayPal kennen. Hurley entwarf auch das bis 2014 verwendete PayPal-Logo. Im Februar 2005 gründete sie das Videoportal YouTube.com (»You« + »Tube« umgspr. für TV-Gerät, eigtl. »Röhre« bzw. »Bildröhre«). Das Betreiberunternehmen YouTube Inc. mit Sitz in San Matteo/California wurde von den Investmentfirmen Sequoia Capital und Artis Capital Management finanziert.

Karim lud das erste Video von einem Zoobesuch in San Diego im April 2005 hoch. Die Möglichkeit eigene Videos aller Art ins Web hochzuladen sprach schnell viele Menschen an; bereits im Sommer 2006, ein Jahr nach Gründung, wurden täglich 65.000 neue Videos auf die Plattform hochgeladen. YouTube gehörte damals zu den am schnellsten wachsenden Websites der Welt. Das Videoportal übernahm fortan auch die Aufgabe des Musikfernsehens (MTV, Viva), das in den 1980er und 1990er Jahren die aktuelle Popkultur weltweit verbreitet hatte.

Ende 2006 verkauften die Gründer ihr Unternehmen für 1,31 Milliarden Dollar an Google, sodass das Unternehmen YouTube LLC eine Tochtergesellschaft des Suchmaschinenkonzerns wurde.

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2007 begann YouTube damit, bei den Videos ausgewählter Partner nach 15 Sekunden einen transparenten Werbestreifen einzublenden, der rund 20 Prozent des Bildes einnahm. Bei diesem Partnerprogramm erhalten die Uploader von Originalvideos 55 Prozent der Werbeeinnahmen und YouTube 45 Prozent. Inhaber eines Youtube-Kanals können auch einem Multi-Channel-Netzwerk (Unternehmen, die Online-TV-Inhalte verbreiten und vermarkten) beitreten, das aufgrund der höheren Reichweite selbstständig mit Werbepartnern verhandelt und häufig höhere Preise für die geschalteten Werbeeinblendungen erzielt (und dafür einen vertraglich festgelegten Anteil der Werbeeinnahmen erhält).

2013 kamen als weitere Geldquelle mehrere kostenpflichtige Kanäle hinzu (u.a. BIGSTAR Movies, Docurama, ES.TV, Jim-Henson-Family, National Geographic Kids, Sesamstraße). Darüber hinaus können bei YouTube Movies komplette Kinofilme und TV-Serien meist älteren Datums kostenlos angeschaut werden. 2008 hatte YouTube einen dementsprechenden Vertrag mit den Produzenten Metro-Goldwyn-Mayer, Lions Gate Entertainment und CBS abgeschlossen. Über YouTube TV können seit 2017 kostenpflichtig die Programme von TV-Sendern wie ABC, AMC, CBS, CNN, Discovery Channel, ESPN, Fox, NBC und TBS per Video-on-Demand und Streaming abgerufen werden.

Da sich YouTube ähnlich wie auch Twitter oder Facebook gut zur Verbreitung von Informationen, Desinformationen und politischen Meinungen eignet, ist/war das Videoportal in zahlreichen Ländern zeitweise oder komplett gesperrt (u.a. Afghanistan, Ägypten, Armenien, Bangladesh, China, Eritrea, Indonesia, Iran, Libyen, Malaysia, Marokko, Nordkorea, Pakistan, Russland, Sudan, Südsudan, Syrien, Tadschikistan, Thailand, Türkei, Turkmenistan, Vereinigte Arabische Emirate). Von 2009 bis 2016 waren viele Musikvideos in Deutschland nicht verfügbar, das sich YouTube und die deutsche Verwertungsgesellschaft GEMA in dieser Zeit nicht über die Lizenzgebühren einigen konnten.

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