Markenlexikon

Yashica

Ursprungsland: Japan

YASHIMA: Die Ursprünge von Yashica gehen auf die 1949 in Nagano gegründete Firma Yashima Seiki Kabushiki-gaisha zurück, einen Hersteller optischer Bauteile. Yashima ist eine Kurzform von Yoshihama, des japanischen Wortes für die acht Inseln, aus denen Japan besteht. 1953 wurde der Firmenname in Yashima Kogaku Seiki Kabushiki-gaisha geändert. Gleichzeitig brachte Yashima erstmals eine komplette eigene Kamera auf den Markt: die zweiäugige 6x6-Mittelformat-Spiegelreflexkamera Yashicaflex war in der gleichen Kameragattung wie die Rolleiflex angesiedelt und hatte viele Konstruktionsmerkmale von dieser Kamera übernommen. 6x6-Mittelformat-SLRs produzierte Yashica bis 1986, das letzte Modell war die Mat 124 G (1970 – 1986).

YASHICA: 1957 wurde das Unternehmen in Yashica Kabushiki-gaisha (Yashica Co. Ltd.) umbenannt. Yashica ist ein Akronym aus »Yashima« und »Camera«. 1958 übernahm Yashica die Nicca Camera Company, einen Hersteller von Messsucherkameras. Zur gleichen Zeit ging das Unternehmen an die Börse von Tokyo. 1959 kam die Kleinbild-Spiegelreflexkamera Yashica Pentamatic auf den Markt, 1965 folgte die Sucherkamera Yashica Electro-35. 1968 erwarb Yashica den Objektivhersteller Tomioka Kogaku Kikai Seizosho (Tomioka Optical Co. Ltd.), der seit 1953 die Objektive für die Yashica-Kameras hergestellt hatte. Die TL Electro X (1968 – 1974) war die weltweit erste Spiegelreflexkamera mit vollelektronischem Belichtungsmesser.

CONTAX: Als sich der deutsche Optikkonzern Zeiss Anfang der 1970er dazu entschloss, die Fertigung von Kameras aufzugeben (Contax, Zeiss-Ikon), suchte man nach einem Kooperationspartner für diesen Bereich, denn Zeiss fertigte weiterhin Objektive. Nachdem eine Zusammenarbeit mit Pentax nicht zustande gekommen war, fand man 1972 in Yashica den geeigneten Partner. Yashica stellte fortan die Contax-Kameras her, Zeiss lieferte die Objektive. Unter beiden Markennamen wurden Spiegelreflex-, Sucher-, Kompakt- und Digitalkameras vermarktet, wobei Contax den höherwertigen Modellen vorbehalten war. Ab 1998 gab es von Contax auch eine professionelle Mittelformat-Spiegelreflexkamera (Contax 645). Die erste eigene Digitalkamera brachte Contax 2003 auf den Markt (Contax T VS Digital).

Yashica
Yashica

KYOCERA: 1983 wurde Yashica von dem japanischen Büromaschinenkonzern Kyocera übernommen; die Markennamen Yashica und Contax blieben jedoch erhalten. Mit der Halbformatkamera Yashica Samurai X3.0 reanimierte Yashica 1988 ein Konstruktionsprinzip aus den 1950er Jahren, das nun als Bridgekamera bezeichnet wurde (SLR-Kameras mit fest eingebautem Objektiv, das eine kompaktere Bauform ermöglichte). Die Digitalkameras wurden in den späten 1990er Jahren als Yashica-Kyocera vermarktet und ab 2004 nur noch unter der höherpreisigen Marke Contax. 2005 gab Kyocera das Geschäftsfeld Fototechnik auf und beendete die Produktion von Kameras und Objektiven.

JNC:Der Markenname Yashica wurde an die JNC Datum Tech International Limited (MP3-Player, TV- und HiFi-Geräte, elektrische Hausgeräte), eine Tochtergesellschaft des Hongkonger Handels- und Logistikunternehmens MF Jebsen Group, verkauft, während die Marke Contax auch zu Yashica- und Kyocera-Zeiten immer der Carl Zeiss AG gehörte. Unter dem Namen Yashica wurden zeitweise vor allem in asiatischen Ländern Kompakt- und Digitalkameras, Camcoder, digitale Bilderrahmen, MP3/MP4-Player, Fernrohre, mobile DVD-Player und Mobiltelefone vermarktet, die von JNC stammten. Danach verschwand die Marke jahrelang in der Versenkung. Erst ab 2017 wurden neue Yashica-Kameras vorgestellt: Die Yashica digiFilm Camera Y35 im Retrodesign und mit analogen Bedienelementen (2017) sowie die Rollfilm-Kameras Yashica MF-1 und MF-2 Super (2019). Die Kameras wurden mit Hilfe von Crowdfunding-Kampagnen auf der Kickstarter-Plattform finanziert.

100 ENTERPRISES: Seit 2015 gehören die Yashica-Markenrechte der Yashica International Company Limited. Für alles weitere (Produktion, Marketing, Vertrieb) ist die 100 Enterprises International Group Company Limited (Hongkong) zuständig.

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