Markenlexikon

Yakult

Ursprungsland: Japan

Der russische Wissenschaftler und spätere Nobelpreisträger Ilja Metschnikow (1845 – 1916) vertrat schon um 1900 die Ansicht, dass milchsäureproduzierende Bakterien, wie sie in Buttermlich, Joghurt und Kefir vorkommen, das Leben verlängern können.

Der japanische Wissenschaftler Minoru Shirota (1899 – 1982), ein großer Bewunderer Metschnikows, begann seine medizinischen Studien zum Thema Darmbakterien 1921 an der medizinischen Fakultät der Universität von Kyoto. Wie auch Metschnikow glaubte er, dass ein gesunder Darm erheblich zu einem gesunden Leben beiträgt und damit das Leben verlängert. Dass der Bauch (jap. hara) in der japanischen Kultur als Zentrum der geistigen und körperlichen Kraft gilt, sei nur am Rande erwähnt. 1930 entdeckte er einen Milchsäurebakterienstamm mit einer optimalen Toleranz gegenüber Verdauungssäften, der später ihm zu Ehren Lactobacillus casei Shirota genannt wurde.

Auf Basis dieser Bakterien entwickelte Shirota 1935 das fermentierte Milchgetränk Yakult. Der Name entstand in Anlehnung an das Esperanto-Wort Yahurto (Joghurt). Zur Produktion und zum Vertrieb von Yakult gründete Shirota 1955 die Firma Yakult Honsha.

1963 lies sich die Firma eine außergewöhnliche Vertriebsidee einfallen: die sogenannten Yakult-Ladies brachten die Yakult-Milch in den typischen Plastikfläschen täglich oder mehrmals in der Woche per Fahrrad direkt zu den Konsumenten (heute gibt es in Japan rund 80.000 Yakult-Ladies). Mit dem Bau einer Produktionsstätte in Almere (Niederlande) kam Yakult 1995 auch nach Europa.

Heute produziert das Unternehmen eine ganze Reihe von Nahrungsmitteln (Milchgetränke, Joghurts, Energy-Drinks, Vitamin- und Mineralstoffpräparate), Pharamzeutika und Kosmetika (auf der Basis von Milchsäure). Die gesundheitsfördernde Wirkung von probiotischen Lebensmitteln (Zubereitungen, die lebensfähige Mikroorganismen enthalten, z. B. Milchsäurebakterien, Hefen) ist unter Wissenschaftlern nach wie vor umstritten, da der genaue Wirkmechanismus bisher nur unzureichend bekannt ist.

Text: Toralf Czartowski