Markenlexikon

Viacom

Ursprungsland: USA

CBS: Im Jahr 1970 musste die TV-Gesellschaft CBS ihr Kabelnetz verkaufen, weil die US-Medienwächter zu der Erkenntnis gelangt waren, dass herkömmliche Fernsehsender nicht gleichzeitig auch Kabelstationen betreiben dürfen. Dieser Bereich firmierte ab 1973 als eigenständiges Unternehmen mit dem Namen Viacom Inc. (Video and Audio Communications). Viacom betrieb zunächst den Kabelkanal Showtime, der hauptsächlich Spielfilme und eigenproduzierte Fernsehserien ausstrahlte (ab 1976 im regionalen Kabelnetz von Dublin/California, ab 1978 landesweit per Satellit). 1978 erwarb Viacom die Radio-Kette Sonderling Broadcasting, die Radio-Stationen in New York, Washington, Houston und San Francisco betrieb. 1983 schlossen Viacom und die Warner-Communications-Tochtert Warner-Amex Satellite Entertainment ihre Kabelkanäle Showtime und The Movie Channel zusammen (Showtime/The Movie Channel Inc.; ab 1988 Showtime Networks Inc.). 1985/1986 erwarb Viacom die Warner-Amex Satellite Entertainment Company (WASEC) und kam damit in den Besitz der Sender MTV, VH1 und Nickelodeon, die anschließend zum MTV Network zusammengefasst wurden.

WASEC: Die 1979 gegründete Warner-Amex Satellite Entertainment Company (WASEC) war ein Jointventure zwischen dem Unterhaltungskonzern Warner Communications und dem Kreditkartenbetreiber American Express. Mit diesem Projekt verfolgten die ansonsten so unterschiedlichen Partner ein gemeinsames Ziel: Warner wollte seine Film- und Musikprodukte über das Kabelnetz verbreiten, American Express benötigte die Leitungen für Bankbuchungen. Zunächst gingen 1979 der Spielfilmsender Star Channel (wurde kurz darauf in The Movie Channel umbenannt) und der Kindersender Pinwheel (ab 1981 Nickelodeon) auf Sendung.

MTV: Am 1. August 1981 folgte MTV (Music Television), ein Kabelsender, der rund um die Uhr Musikvideos und Werbung ausstrahlte. Angekündigt wurde der MTV-Sendestart mit einem symbolträchtigen Werbespot: Zu den Klängen des Buggles-Songs »Video Killed The Radio Star« hisste Astronaut Neil Armstrong eine MTV-Flagge auf dem Mond. Ganz so schnell wie gedacht, ließ sich der Radio-Star jedoch nicht unterkriegen und bis die Video-Clips die Oberhand gewannen, floss noch viel Geld den Bach hinab.

SUMNER REDSTONE: Als die Verluste zu groß wurden, stieg 1984 zuerst American Express wieder aus, und 1985, kurz nachdem mit VH-1 (Video Hits One) ein zweiter Musiksender für die etwas älteren Musikenthusiasten auf Sendung gegangen war, hatte auch Warner genug. MTV wurde daraufhin von Viacom übernommen. Doch auch Viacom schien sich wie seine Vorgänger an MTV überhoben zu haben. 1987 war das chronisch erfolglose Unternehmen verkaufsreif. Im gleichen Jahr ging auch die in London produzierte europäische Variante von MTV auf Sendung. Schließlich griff Sumner Murray Redstone, ein Rechtsanwalt und Drive-Inn-Kinobetreiber (National Amusement Inc.) aus Boston, zu und erwarb die Mehrheit an Viacom.

Bald darauf begann sich das Konzept von MTV allmählich durchzusetzen. Die Musikindustrie begriff den Sender nun als sehr brauchbares Marketinginstrument. Mit einem Videoeinsatz auf MTV ließen sich die Plattenverkäufe enorm steigern, und so rissen sich die Musikfirmen bald um einen günstigen Sendeplatz für ihre Schützlinge. In den 1990er Jahren dehnte MTV das Sendegebiet nahezu auf die ganze Welt aus.

PARAMOUNT COMMUNICATIONS, BLOCKBUSTER, SPELLING ENTERTAINMENT: 1993/1994 übernahm Viacom die Filmgesellschaft Paramount Communications und 1995 die Videotheken-Kette Blockbuster Entertainment. Zu gleichen Zeit beteiligte sich Blockbuster an der Spelling Entertainment Group, die dem TV-Produzenten Aaron Spelling (1923 – 2006) gehörte; bis 2000 übernahm Viacom auch die restlichen Anteile. Spelling hatte TV-Serien wie »Starsky & Hutch« (1975 – 1979) »Drei Engel für Charlie« (1976 – 1981), »Eine amerikanische Familie« (1976 – 1980), »Vegas« (1978 – 1981), »Hart aber herzlich« (1979 – 1984), »Der Denver-Clan« (1981 – 1989), »T.J. Hooker« (1982 – 1986), »Beverly Hills, 90210« (1990 – 2000), »Melrose Place« (1992 – 1999) und »Charmed« (1998 – 2006) produziert.

CBS, VIACOM-CBS: 1999 übernahm Viacom die frühere Muttergesellschaft CBS, teilte sich aber 2005 in die beiden Unternehmen Viacom Inc. (Black Entertainment Television, CMT Country Music Television, Comedy Central, Famous Music, Logo, MTV, Nickelodeon, Paramount Pictures, Spike TV, TV Land, VH1) und CBS Corporation (CBS, CBS Radio, CBS Paramount Television, King World, Showtime, Simon & Schuster, UPN United Paramount Network) auf. Sumner Redstone kontrolliert über seine Kinokette National Amusement (Cinema de Lux, KinoStar, Showcase Cinemas, Multiplex Cinemas) beide Unternehmen. Die Videothekenkette Blockbuster wurde 2004 verselbstständigt, der Paramount-Musikverlag Famous Music 2007 an Sony-ATV Music Publishing verkauft. Aus dem Zusammenschluss des United Paramount Networks mit dem The WB Television Network (Warner Brothers) entstand 2006 das neue The CW Television Network (CW = CBS + Warner Bros.). 2019 schlossen sich Viacom und CBS erneut zusammen (ViacomCBS Inc.).

PARAMOUNT GLOBAL: 2022 benannte sich ViacomCBS in Paramount Global um. Zum Konzern gehören die fünf Geschäftsbereich Paramount Pictures (Filmproduktion, Verleih), Paramount Media Networks (Comedy Central, Flix, MTV, Nickelodeon, Paramount Network, Pop-TV, Showtime, The Movie Channel), Paramount Streaming (BET+, CBSN, CBS Sports HQ, Noggin, Paramount+, Pluto TV), Paramount Global Distribution Group und CBS Entertainment Group (CBS TV-Network). Der Hauptsitz befindet sich in New York.

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Marken, Tochtergesellschaften (Auswahl)

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