Markenlexikon

Varèse-Sarabande

Ursprungsland: USA

VARÈSE INTERNATIONAL, VARÈSE-SARABANDE RECORDS: Der Pianist, Komponist und Grafik-Designer Dub Taylor gründete 1972 gemeinsam mit Chris Kuchler in Los Angeles das Label Varèse International, auf dem er 1973 sein Experimental-Album »Lumière For Synthesized & Concrète Sound« veröffentlichte. Namensgeber war der französisch-amerikanische Komponist und Dirigent Edgar Varèse (1883 – 1965). Das Label spezialisierte sich vor allem auf die Genres Avantgarde-Klassik und Jazz. 1977 schloss sich Varèse International mit dem kleinen Klassiklabel Sarabande Records (benannt nach dem gleichnamigen Tanz) von Tom Null zur Varèse-Sarabande Records Inc. zusammen.

KLASSIK, SOUNTRACKS: 1978 begann Varèse-Sarabande damit Film-Soundtracks zu veröffentlichen. Dabei kam dem Unternehmen zugute, dass Filmmusiken von der Musikindustrie bis dahin eher stiefmütterlich behandelt worden waren. Zwar hatten die Plattenlabels der Filmstudios wie 20th Century Fox Records, Colpix/Colgems (Columbia), Famous Music (Paramount), MGM Records, MCA/Decca (Universal) und Warner Bros. Records auch immer wieder mal Soundtracks aus ihren Filmen veröffentlicht, aber keinesweg aus allen und dann auch nur in kleinen Auflagen. In den 1970er Jahren verkauften die Filmstudio zudem ihre hauseigenen Plattenlabels an die großen Musikkonzerne, die weniger an den Soundtracks interessiert waren, sondern mehr an den anderen Musikern, die sie sonst noch unter Vertrag hatten.

MCA RECORDS, COLLOSEUM SCHALLPLATTEN: Varèse-Sarabande spezialisierte sich mit wenigen Ausnahmen bald ganz auf Soundtracks, nachdem sich herausgestellt, dass sie sich viel besser verkauften als Klassikplatten. Das Unternehmen besorgte sich die notwendigen Lizenzen von den Rechteinhabern und veröffentlichte die Filmmusiken dann auf dem eigenen Label. Varèse-Sarabande hatte bald alles im Programm von aktuellen Filmen, über die alten wiederveröffentlichten Klassiker (teilweise mit erweiterten Versionen und unveröffentlichtem Material) bis hin zu Filmmusiken, die noch nie auf Platte veröffentlicht worden waren. Ab 1985 waren die ersten Soundtracks auch als CD verfügbar. 1988 übernahm MCA Records den Vertrieb der Varèse-Sarabande-Platten in den USA, in Europa war die Collosseum Schallplatten GmbH aus Nürnberg für den Vertrieb zuständig; teilweise wurden die Platten und CDs für den europäischen Markt auch von Collosseum produziert. In den 1990er brachte Varèse-Sarabande jedes Jahr rund 50 neue Soundtracks heraus, dazu noch CDs mit Aufnahmen von Broadway-Shows.

CONCORD MUSIC GROUP: 2018 wurde Varèse-Sarabande von der Concord Music Group übernommen, die der Autohändler und Jazz-Liebhaber Carl Jefferson 1973 in Concord/California gegründet hatte. Concord gehören auch die Labels Fantasy Records, Prestige Records, Milestone Records, Riverside Records, Rounder Records, Specialty Records, Sugar Hill Records, Telarc Records, Vanguard Records, Vee-Jay Records und Teile des Stax-Katalogs. Für den weltweiten Vertrieb der Concord Music Group ist die Universal Music Group zuständig.

Varèse-Sarabande Logo

Aktuelle / ehemalige Mutterkonzerne

Concord Music Group Logo
Concord Music Group Logo