Markenlexikon

Thales

Ursprungsland: Frankreich

THOMSON-HOUSTON, HOTCHKISS-BRANDT, THOMSON-BRANDT, THOMSON-CSF: Der französische Elektrokonzern Compagnie Française Thomson-Houston, eine frühere Tochtergesellschaft der amerikanischen Thomson-Houston Electric Company und der General Electric Company (GE), erwarb 1966 den Militärtechnikhersteller Hotchkiss-Brandt und 1968 das 1918 gegründete Elektronikunternehmen CSF (Compagnie Générale de Télégraphie Sans Fil). Hotchkiss geht auf den amerikanischen Waffenkonstrukteur Benjamin Berkeley Hotchkiss (1826 – 1885) zurück, dessen 1867 in Paris gegründete Firma im Laufe der Jahrzehnte Geschütze, Artillerieausrüstungen, Kanonen, Maschinengewehre, Munition, Panzer, Automobile, Lastwagen, Traktoren und Geländewagen (Jeep-Lizenz) baute. 1956 wurde Hotchkiss von dem Waffen- und Haushaltsgerätehersteller Brandt aus La Ferté-Saint-Aubin übernommen. Dieses Unternehmen war 1902 von Edgar William Brandt (1880 – 1960) gegründet worden. Neben seinen Aktivitäten in der Elektrotechnik, der Telekommunikation und der Unterhaltungselektronik wurden Thomson-Houston (ab 1972 Thomson-Brandt) und Thomson-CSF nun auch in der Defence-Industrie tätig.

THOMSON S.A.: 1981 kam es zum vollständigen Zusammenschluss von Thomson-Brandt und Thomson-CSF. Ein Jahr später wurde das Unternehmen verstaatlicht und anschließend in Thomson S.A. umbenannt. In den nächsten Jahren verkaufte Thomson diverse Geschäftsfelder: u.a. 1983 Thomson Télécommunications an CGE/CIT-Alcatel, 1987 Thomson Medical Imaging an GE, 1996/1997 SGS-Thomson (war 1987 aus der Fusion von Thomson Semiconducteurs und SGS Microelettronica entstanden). Ab Ende der 1990er Jahre fokussierte der Konzern seine Aktivitäten ganz auf die Unterhaltungselektronik; dieser Bereich firmierte ab 1988 als Thomson Consumer Electronics und ab 1995 als Thomson Multimedia.

THOMSON-CSF: Thomson-CSF wurde 1998 aus dem Konzern ausgegliedert und anschließend mit den Defence-Electronics-Sparten von Alcatel und Dassault (Dassault Électronique) zusammengeschlossen. Aus dem Satellitengeschäft von Aérospatiale, Alcatel und Thomson-CSF entstand Alcatel Space. Die Hauptanteilseigner von Thomson-CSF waren zu dieser Zeit der französische Staat sowie Alcatel und Dassault.

RACAL, THALES: Im Jahr 2000 übernahm Thomson-CSF die britische Racal Electronics plc und benannte sich anschließend in Thales S.A. um (nach dem griechischen Philosophen Thales von Milet). Racal war damals einer der größten britischen Defence-Elektronikkonzerne, der sich vor allem auf Kommunikationslelektronik spezialisiert hatte. 2006 verkaufte Alcatel – damals noch ein Thales-Anteilseigner – seine Anteile an dem erst ein Jahr zuvor gegründeten Alcatel-/Finmeccanica-Jointventure Alcatel Alenia Space (Satelliten, Komponenten für die zivile und militärische Raumfahrttechnik) an Thales; das Unternehmen firmiert nun als Thales-Alenia Space.

Thales produziert u.a. Anlagen für die zivile Flugsicherung, Ausrüstungssysteme für zivile und militärische Flugzeuge, Cockpit-Ausrüstungen, Endoskopie-Optik, Flugverkehrsüberwachungssysteme, Kommunikationszentralen für Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste und Industrie, Infrarot-Objektive, Mikroskope, Navigationssysteme, optische Mikrosysteme, Ortungssysteme, Radarsysteme, Schießsimulatoren, Simulationssysteme, Torpedo-Feuerleitanlagen für U-Boote und Fregatten sowie Verteidigungselektronik.

Die Hauptanteilseigner der Thales S.A. sind der Flugzeughersteller Dassault Aviation und der französische Staat.

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