Markenlexikon

Strabag

Ursprungsland: Deutschland

Der Ingenieur Heinrich Reifenrath (1838 – 1910) und der Herborner Bürgermeister Wilhelm Remy gründeten 1866 in Herborn (Hessen) eine Eisengießerei (Remy & Reifenrath), die landwirtschaftliche Geräte und Maschinen herstellte und an Gemeinden vermietete. Darüber hinaus kaufte Remy & Reifenrath zwischen 1882 und 1885 drei Dampfwalzen für den Straßenbau (Fabrikate: Aveling & Porter, G. Kuhn), die ebenfalls verliehen wurden. 1890 zog das Unternehmen nach Niederlahnstein bei Koblenz um. 1895 rief Reifenrath die Firma Straßenwalzenbetrieb vormals H. Reifenrath Gesellschaft mit beschränkter Haftung ins Leben (Remy war bereits 1879 aus dem Unternehmen ausgeschieden).

Aus Reifenraths Firma entstand 1923 die Straßenbau-Actien-Gesellschaft Niederlahnstein, die ab 1930 unter dem Namen STRABAG auftrat. 1931 wurde die Tochtergesellschaft Deutsche Teer- und Asphalt-Schotter AG (DEUTAG) gegründet. 1949 ging das Unternehmen als Strabag Bau AG Köln (ab 1993 Strabag AG) an die Börse. Größte Aktionäre waren das Kölner Bankhaus Sal. Oppenheim und der Bankier Peter Wilhelm Werhahn aus Neuss mit jeweils 33 Prozent. 1952 erfolgte der Einstieg in den Hoch- und Ingenieurbau. Ab 1955 wurde das Unternehmen auch außerhalb Europas tätig (ab 1989 Strabag International GmbH). 1965 entstand eine Tochtergesellschaft in Linz/Österreich (Strabag Österreich Beteiligungs AG; ab 1986 Strabag Österreich AG).

1997/1998 erwarb die österreichische BIBAG Bauindustrie-, Beteiligungs- und Verwaltungs-Aktiengesellschaft, die Eigentümerin der Bau Holding AG (Ilbau AG), die Mehrheit an der Strabag AG Köln. Damit wurden die Ilbau AG, die operative Einheit der Bau Holding, und die Strabag AG zu Schwestergesellschaften. Die Strabag Österreich AG nahm man 1999 von der Wiener Börse, die Marken Ilbau und STUAG (1999 Übernahme der STUAG Bau AG durch Strabag Österreich) wurden zugunsten von Strabag aufgegeben.

Die Ilbau AG geht auf den 1835 gegründeten Handwerksbetrieb Anton Lerchbaumer aus Spittal/Drau zurück, in den 1929 sein Schwiegersohn Franz Isola eintrat (Baumeister Lerchbaumer Isola KG, ab 1949 Baumeister Isola & Lerchbaumer KG, ab 1972 Ilbau AG), der einer italienischen Baumeisterfamilie entstammte. 1987 entstand die Bau Holding AG als Holdinggesellschaft für die Ilbau AG. 2001 wurde die Bauholding Strabag AG (ab 2004 Bauholding Strabag SE, seit 2006 Strabag SE) Hauptaktionärin und Muttergesellschaft der Strabag AG Köln. Ab 2006 konzentrierte sich die deutsche Strabag AG ausschließlich auf den Verhrkehrswegebau. Der Hoch- und Ingenieurbau wurde an die Ed. Züblin AG veräußert, die die Strabag SE kurz zuvor aus der insolventen Walter Bau Gruppe übernommen hatte, ebenso wie Heilit+Woerner und DYWIDAG.

In der Schweiz konnte die Strabag ihren Firmen- und Markennamen bis 2008 nicht verwenden, da er dort dem Strassen- und Tiefbauunternehmen StraBAG Zürich gehörte. Nach einem verlorenen Rechtsstreit 2007 schlossen sich die dortigen Strabag-Tochtergesellschaften Züblin-Strabag und Murer-Strabag zur Züblin-Murer AG zusammen. Ein Jahr später erwarb die Strabag SE jedoch die StraBAG und benannte das Schweizer Unternehmen in Strabag AG um.

Gemeinsam mit dem französischen Baustoffkonzern Lafarge S.A. gründete Strabag 2010 die Lafarge Cement CE Holding GmbH Wien mit Standorten in Österreich (Mannersdorf, Retznei/Steiermark), Tschechien (Cižkovice), Ungarn (Pécs) und Slowenien (Trbovlje). Strabag ist mit 30 Prozent an der Zement-Holding beteiligt. Durch die Übernahme der Deutsche Telekom Immobilien und Service GmbH Frankfurt am Main/Münster (DeTeImmobilien) wurde die Strabag SE auch im Immobilienbereich (Facility Management, Real Estate Management) tätig. Die Strabag Property and Facility Services GmbH bewirtschaftet vor allem Bürogebäude, Rechenzentren, Einzelhandels- und Logistik-Objekte, Hotels sowie Funkstandorte in Deutschland Österreich, Polen, der Slowakei und Tschechien.

Zu den Hauptaktionären der Strabag SE Wien gehören die Uniqa Insurance Group AG, die Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien, die Haselsteiner Familie (Hans Peter Haselsteiner hatte die Firmenleitung der Ilbau AG 1974 nach dem Tod seines Schwiegervaters Anton Lerchbaumer junior übernommen) und die Rasperia Trading Ltd. (Zypern; gehört dem russischen Mischkonzern Basic Element Ltd. Jersey).

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