Markenlexikon

Stiff Records

Ursprungsland: Großbritannien

DAVE ROBINSON, JAKE RIVIERA: Dave Robinson und Jake Riviera (eigtl. Andrew Jakeman) waren beide unabhängig voneinander erfolgreiche Tour-Manager, die u.a. für Jimi Hendrix, Pink Floyd, Graham Parker & The Rumours, The Nice, The Move, Dr. Feelgood und Eric Burden & The Animals Tourneen organsiert hatten. 1976 gründeten beide mit finanzieller Hilfe des Dr.-Feelgood-Sängers Lee Brilleaux, der ihnen 400 Pfund lieh, in London ihre eigene Plattenfirma Stiff Records.

DEVO, ELVIS COSTELLO, IAN DURY, LENE LOVICH, NICK LOWE, THE DAMNED: Das Label, das mit originellen Sloagans wie »If it ain’t Stiff it ain’t worth a fuck« (dt. ungefähr »Wenn es kein Stiff ist, ist es für’n Arsch«) beworben wurde, nahm u.a. Devo, Elvis Costello, Ian Dury, Lene Lovich, Nick Lowe und The Damned unter Vertrag. Die Stiff-Platten wurden von Island Records/EMI vertrieben, in Nordamerika war erst Arista und dann CBS Records (Columbia, Epic) für den Vertrieb zuständig. Riviera verließ Stiff schon 1977 wieder, nachdem er sich mit seinem Partner Robinson verstritten hatte. Seine Klienten Elvis Costello und Nick Lowe nahm er zu dem ebenfalls gerade erst gegründeten Label Radar Records mit.

IAN DURY, JONA LEWIE, MADNESS, THE POGUES, TRACEY ULLMAN, KIRSTY MAC COLL: Die größten Erfolge gelangen Stiff Records von 1979 bis 1986 mit Ian Dury & The Blockheads (»Hit Me With Your Rhythm Stick«), Dave Stewart & Barbara Gaskin (»It’s My Party«), Jona Lewie (»Stop The Cavalry«), Madness (»House Of Fun«, »Our House«, »My Girl«), The Pogues (»Dirty Old Town«, »The Irish Rover«), Tracey Ullman (»My Guy«, »Sunglasses«, »They Don't Know«, »You Caught Me Out«) und Kirsty MacColl (»A New England«, »Terry«, »They Don't Know«).

Nachdem in Großbritannien und den USA die konservativen Regierungen von Margaret Thatcher und Ronald Reagan an die Macht gekommen waren, verschenkte Stiff Records als Publicity-Gag zwei Langspielplatten mit den Titeln »The Wit and Wisdom of Margaret Thatcher« und »The Wit and Wisdom of Ronald Reagan«, die auf beiden Seiten keinen einzigen Ton enthielten.

ISLAND RECORDS, ZTT RECORDS, UNIVERSAL MUSIC GROUP: 1983 beteiligte sich Island Records mit 50 Prozent an Stiff Records, obwohl die Firma damals äußerst knapp bei Kasse war. Das Geld für die Anteile musste sich Island bei Robinson privat leihen. Robinson leitete anschließend beide Labels, Island und Stiff. Doch schon 1985 wurde Stiff wieder für kurze Zeit unabhängig. 1986/1987 verkaufte Dave Robinson das Label schließlich an ZTT Records. 2007 reaktivierte ZTT Stiff als Indie-Label, veräußerte es aber 2017 an die Universal Music Group.

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