Markenlexikon

Star Wars

Ursprungsland: USA

IDEE, PRODUKTION: George Lucas (* 1944) hatte gerade einen einzigen größeren Spielfilm gedreht (1972/1973 »American Graffiti«), als er die Idee zu einem Weltraummärchen hatte, die er 1973 mehr schlecht als recht zu Papier brachte. Lucas selbst hielt sich weder für einen guten Regisseur noch für einen begabten Schriftsteller (der Roman zum Film wurde 1976 von Alan Dean Foster geschrieben, obwohl George Lucas als Autor angegeben war. Die Suche nach einem Studio, dass das Projekt finanzieren sollte, gestaltete sich zunächst schwierig. United Artists, Universal und Disney lehnten ab. Einerseits war das zehnseitige Manuskript sehr komplex und schwierig geschrieben, andererseits wollte nach dem verklungenen Mondlandehype kaum noch jemand Science-Fiction-Filme sehen. Die Studios drehten jetzt lieber Katastrophenfilme wie »Der weiße Hai«, »Poseidon Inferno«, »Erdbeben« oder »Das flammende Inferno«. Schließlich fand er mit 20th Century Fox doch noch einen Partner, der sich auf das Projekt einließ. Da niemand der Beteiligten an einen besonders großen Erfolg glaubte, konnte Lucas seiner 1971 gegründeten Firma Lucasfilm Ltd. jede Menge Verwertungsrechte sichern (u.a. für das Merchandising). Im Gegenzug verzichtete er auf eine allzu große Entlohnung als Regisseur.

WELTWEITER KINOERFOLG: Als »Star Wars« (im deutschen Sprachraum »Krieg der Sterne«) 1977/1978 weltweit in die Kinos kam und sämtliche Besucherrekorde brach, lag das nicht in erster Linie an den damals noch weitgehend unbekannten Schauspielern (mit Ausnahme von Alec Guinness und Peter Cushing), sondern vor allem an den realistischen Spezialeffekten, die alles bisher dagewesene in den Schatten stellten. Zur Produktion dieser Effekte hatte Lucas 1975 extra eine eigene Firma gegründet (ILM Industrial Light and Magic) und John Dykstra, einen Fachmann für Spezialeffekte, der bereits an mehreren anderen Science-Fiction-Filmen mitgearbeitet hatte, zum Chef gemacht. Dykstra entwickelte extra für den Film aus alten VistaVision-Kameras und modernen Mikroprozessoren ein computergesteuertes Kamerasystem (Dykstraflex). 1978 erhielt er für die visuellen Effekte in »Star Wars« einen Oscar. Später entwickelte er auch die Spezialeffekte für Filme wie »Kampfstern Galctica«, »Star Trek: Der Film«, »Firefox«, »Batman Forever«, »Godzilla« oder »Spider-Man«.

STAR WARS UNIVERSUM: 1979/1980 und 1982/1983 wurden noch zwei weitere Filme gedreht (»Das Imperium schlägt zurück«, »Die Rückkehr der Jedi-Ritter«), deren Handlung eigentlich schon Teil der Ur-Geschichte war. Da das Budget für »Star Wars« jedoch mit rund 10 Millionen Dollar eher knapp bemessen war, teilte Lucas die Story in drei Teile auf. Inzwischen (2021) besteht das Star-Wars-Universum aus neun Spielfilmen (3 Trilogien), mehreren TV-Serien und den Star-Wars-Story-Filmen (hier stehen Einzelfiguren und Ereignisse aus den Filmen im Vordergrund).

STAR WARS FRANCHISE, MERCHANDISING: Der größte Teil des Umsatzes und Gewinns aus dem Star-Wars-Franchise stammt von Merchandise-Produkten, die bereits ab 1977 in großer Zahl produziert und verkauft wurden, u.a. Spielzeug, Videospiele, Bücher, Comics, Kartenspiele, Hörspiele, Schallplatten, Bekleidung und hunderte andere Artikel. Zu dieser Zeit war Film-Merchandising noch eher unüblich. Star Wars rückte dieses vorher weitgehend unbeachtet gebliebene Geschäft als einer der ersten Filme in den Fokus der Medienindustrie. Der größte Teil der Einnahmen floss dabei in die Kassen von The Star Wars Corporation Inc. (später Lucas Licensing), einer Tochterfirma von Lucasfilm Ltd. Bis 2018 wurde mit dem Verkauf von Star-Wars-Produkten ein Umsatz von rund 70 Milliarden US-Dollar erzielt, während die Kino-Einspielergebnisse der Filme bei rund 10 Milliarden US-Dollar lagen. Star Wars ist das erfolgreichste Film-Franchise der Filmgeschichte, was auch im Guinness Book of Records vermerkt ist.

STAR-WARS-LOGO: Die ersten Star-Wars-Logos entwarfen der Illustrator Ralph McQuarrie, der auch die Konzeptzeichnungen für den Film zeichnete, sowie der Szenenbildner und spätere Regisseur Joe Johnston bereits 1975. Die Star Wars Corporation verwendete Johnstons Logo eine Zeitlang als Firmenlogo. Das Logo mit der perspektivischen Gestaltung wurde von dem Film-Designer Dan Perri (u.a. »The Exorcist«, »Taxi Driver«) entworfen, der auch die Titelsequenz des Films mit dem nach hinten auslaufenden Text entwickelt hatte. Lucas und Star-Wars-Produzent Gary Kurtz ließen jedoch von der Grafikdesignerin Suzy Rice ein neues flaches Logo entwerfen, dass dann im Filmvorspann zu sehen war. Trotzdem wurde auch Perris Logo weiterhin verwendet, u.a. auf den Filmplakaten, in Werbebroschüren und Zeitungsanzeigen.

DISNEY: George Lucas verkaufte seine Firma Lucasfilm Ltd., die neben den Star-Wars-Filmen u.a. auch die Indiana-Jones-Filme produzierte, 2012 für 4,05 Milliarden US-Dollar an The Walt Disney Company, die 2018 auch die Twentieth Century Fox Film Corporation übernahm. Damit befindet sich das Star Wars Franchise vollständig im Besitz des Disney-Konzerns. Disney betreibt die Lucasfilm Ltd. LLC weiter als Tochtergesellschaft.

Star Wars Logo
Star Wars Logo
Star Wars Logo
Star Wars Logo
Star Wars Logo

Aktuelle / ehemalige Rechteinhaber

Lucasfilm Logo
Lucasfilm Logo
Lucasfilm Logo