Markenlexikon

Sheraton

Ursprungsland: USA

Nachdem sich die Harvard-Absolventen Ernest Henderson (1897 – 1967) und Robert Lowell Moore (1896 – 1986) in verschiedenen Branchen versucht hatten, u.a. als Importeure von Deutschen Schäferhunden, erwarben sie in den frühen 1930er Jahren mehrere Investmentgesellschaften, die damals in der Wirtschaftskrise gerade günstig zu haben waren. Da sie richtigerweise davon ausgingen, dass die Immobilien- und Hotelbranche bald wieder auf die Beine kommen würde, kauften sie 1937 das Stonehaven Hotel in Springfield/Massachusetts. Zwei Jahre später erwarben sie in Boston drei weitere Hotels, von denen eins The Sheraton hieß. Alle weiteren Hotels, die zunächst hauptsächlich an der amerikanischen Ostküste übernommen oder neu eröffnet wurden, bekamen dann diesen Namen, was daran lag, dass das Sheraton-Hotel in Bosten einen großen elektrischen Leuchtschriftzug besaß, dessen Umrüstung auf einen anderen Namen einfach zu teuer geworden wäre. 1945 ging das Unternehmen als erste Hotelkette an die New Yorker Börse.

1949 expandierte Sheraton mit dem Kauf zweier kanadischer Hotelketten auch ins Ausland. Die ersten Sheraton-Hotels außerhalb Nordamerikas eröffneten 1961 in Tel Aviv (Israel) und 1963 in Caracas (Venezuela). 1965 gab es weltweit 100 Sheraton-Hotels. 1969 übernahm der US-Mischkonzern ITT (International Telephone and Telegraph Corporation) die Sheraton Hotel Corporation. 1985 war Sheraton das erste westliche Hotelunternehmen, das in China ein Hotel eröffnete (Great Wall Sheraton Peking).

1995 wurde ITT in drei seperate Unternehmen aufgesplittet: ITT Industries, ITT-Hartford (Versicherung) und die ITT-Sheraton Corporation (Sheraton Hotels, Caesar's World Casinos, Madison Square Garden), die sich ab 1998 im Besitz von Starwood Hotels & Resorts Worldwide befand. Starwood Capital Partners war 1991 von Barry Sternlicht und Robert Faith in Chicago als Immobilien-Investor gegründet worden und hatte 1994 den Hotelbetreiber Westin Hotels & Resorts Worldwide übernommen. 2016 verkaufte Starwood sein Hotelgeschäft an die Marriott Corporation.

Das 1923 eröffnete Ur-Sheraton in der Bostoner Bay State Road wurde 1950 verkauft und von den neuen Eigentümern in Shelton umbenannt, damit man das Inventar, das mit dem Buchstaben »S« versehen war, nicht austauschen musste. Das Gebäude (heute Shelton Hall) gehört seit 1954 der Boston University und dient als Studentenwohnheim. Robert Lowell (Robin) Moore Jr. (1925 – 2008), der Sohn des Gründers, war ein bekannter Schriftsteller (»The Green Berets«, »The French Connection«).

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