Markenlexikon

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J.W. FOSTER & SONS: Der Langstreckenläufer und Schuster Joseph William Foster (1881 – 1933) begann 1895 in der elterlichen Wohnung im britischen Bolton (Lancashire), zu der auch das Süßwarengeschäft der Familie gehörte, mit der Produktion von Laufschuhen für regionale Sportler. Im Jahr 1900 gründete er schließlich ein eigenes Unternehmen, J.W. Foster (Athletic Shoes), das später, als sein Sohn Miteigentümer geworden war, als J.W. Foster & Sons (Athletic Shoes) Ltd. firmierte. Der britische Leichtathlet Harold Abrahams, der 1981 in dem Film »Chariots of Fire« (»Die Stunde des Siegers«) verewigt wurde, gewann mit Fosters Schuhen 1924 bei den Olympischen Spielen in Paris die Goldmedaille im 100-Meter-Lauf. Nachdem der Gründer verstorben war, wurde die Firma von seiner Witwe Mariah sowie seinen beiden Söhnen John William (Billy) und James William (Jim) weitergeführt. Ende der 1950er Jahre arbeiteten in Fosters Olympic-Works-Fabrik in Bolton 20 Angestellte, die rund 30.000 Paar Sportschuhe in Handarbeit herstellten – vor allem für Leichtalethen, Rugby-Spieler und Fußballer. Damals belieferte J.W. Foster auch Fußballmanschaften wie Manchester United, Liverpool, Newcastle United und Bolton Wanderers mit Sportschuhen.

MERCURY SPORTS, REEBOK: Zu dieser Zeit kam es jedoch in der Foster-Familie zu Streitigkeiten über die weitere Geschäftspolitik der Firma. Joseph William Foster und Jeffrey William Foster, die Enkel des Gründers, riefen 1958 schließlich ein neues Unternehmen ins Leben (Mercury Sports), das sie 1960 in Anlehnung an eine afrikanische Antilopenart in Reebok Sports umbenannten. Hierzulande heißt dieses Tier Rehbock oder Rehantilope. Beide Firmen, J.W. Foster & Sons und Reebok, wurden zu erbitterten Rivalen, ähnlich wie die deutschen Sportartikelhersteller Adidas und Puma, die ebenfalls von einer hoffnungslos zerstrittenen Familie gegründet worden waren.

Mit J.W. Foster & Sons ging es indes schnell bergab; Billy Foster starb 1960 im Alter von nur 58 Jahren und Jim hielt sich bis zu seinem Tod 1976 mehr schlecht als recht über Wasser – zuletzt nur noch als Sportgeschäft im Norden Boltons. Dort wo einst die Olympic-Works-Fabrik gestanden hatte, wurde ab Mitte der 1960er Jahre das Bolton Technical College (heute Bolton University) errichtet.

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REEBOK USA, REEBOK INTERNATIONAL: 1979 erwarb der amerikanische Sportartikelhändler Paul Fireman eine Vertriebslizenz für Nordamerika und gründete in Canton/Massachusetts die Firma Reebok USA. 1982 brachte Reebok erstmals einen speziell für Frauen entwickelten Sportschuh auf den Markt und landete damit aufgrund der Aerobic-Welle einen Riesenerfolg. 1984 kaufte Fireman auch die britische Firma, und ein Jahr später brachte er das gesamte Unternehmen unter dem Namen Reebok International an die Börse.

ADIDAS: 2006 wurde Reebok von dem deutschen Konkurrenten Adidas übernommen, der eine stärkere Präsenz auf dem US-Markt anstrebte, besonders im Hinblick auf den Weltmarktführer Nike. Im Juni 2019 wollte der ehemalige US-Basketballspieler und heutige Unternehmer Shaquille O'Neal das das wirtschaftlich angeschlagene kaufen, was Adidas jedoch ablehnte.

AUTHENTIC BRANDS GROUP: Da die Adidas AG inzwischen in den USA mit ihrer Hauptmarkte selbst gut da steht und Reebok zwar aus den roten Zahlen herauskam, aber nicht auf Wachstumskurs einschwenken konnte, verkaufte Adidas das Unternehmen Mitte 2021 schließlich an die erst 2010 von Jamie Salter gegründete Firma Authentic Brands Group LLC, zu der rund 30 verschiedene Marken aus den Bereichen Mode-, Sport- und Medien gehören, u.a. auch die Sportzeitschrift Sports Illustrated. An Authentic Brands sind u.a. Shaquille O'Neal, der Shopping-Mall-Betreiber Simon Property und die Finanzinvestoren Blackrock und General Atlantic beteiligt.

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