Markenlexikon

Pneumant

Ursprungsland: Deutschland

Die Deutschen Kabelwerke AG (DEKA) aus Berlin richtete 1906 eine eigene Reifenabteilung in Fürstenwalde ein, aus der 1922 die Firma DEKA Pneumatik GmbH (Berlin) hervorging. 1936 setze DEKA als erster Reifenhersteller der Welt den synthetischen Kautschuk BUNA in der Serienproduktion ein. 1940 nahm das Unternehmen ein weiteres Werk bei Fürstenwalde/Spree rund 50 Kilometer ostsüdöstlich von Berlin in Betrieb.

1946 wurde das Unternehmen verstaatlicht (VEB DEKA Reifenwerke Fürstenwalde). Zur gleichen Zeit errichtete man ein neues Reifenwerk in Riesa. Bis 1990 war Pneumant der einzige Reifenhersteller der ehemaligen DDR, der vom Fahrrad- bis zum Traktor-Reifen sämtliche Reifensorten produzierte. Außerdem stellte die Firma Kunststoffteile für die Industrie, Haushaltswaren, Luftmatratzen, Gummibälle, Schlauchboote und Gummistiefel her. Der neue Markenname Pneumant wurde ab 1959 verwendet, nachdem die Rechte an dem alten Namen DEKA einem früheren DEKA-Aktionär aus Wesdeutschland zugesprochen worden waren. Ab 1968 gehörte Pneumant zum VEB Reifenkombinat Fürstenwalde (Fürstenwalde, Riesa, Dresden, Heidenau, Neubrandenburg).

1995 wurde die inzwischen privatisierte und in Pneumant Reifen- und Gummi-Werke GmbH umbenannte Firma von der SP Reifenwerke GmbH übernommen, einer Tochter des japanischen Reifenkonzerns Sumitomo Rubber Industries (Dunlop), die bis 1985 Dunlop AG hieß und ab 1997 wieder Dunlop GmbH. Ab 1996 firmierte das Unternehmen als Pneumant Reifen GmbH.

1999 gründeten Sumitomo Rubber Industries (Dunlop, Falken, Pneumant) und Goodyear (Goodyear, Fulda) das Jointventure Goodyear Dunlop Tires, dass für die Produktion und Vermarktung der Dunlop-Reifen in Nordamerika und Europa zuständig war. 2012 gab Goodyear Dunlop Tires die Marke Pneumant wegen zu geringer Nachfrage auf. In Fürstenwalde werden nun Reifen unter den Markennamen Goodyear, Dunlop und Fulda hergestellt.

Pneumant Logo
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