Markenlexikon

Pepsi

Ursprungsland: USA

Um die Jahrhundertwende gab es in den USA unzählige Erfrischungsgetränke, die aus den unterschiedlichsten Ingredienzien zusammengebraut wurden und die oftmals auch noch medizinische Wirkung hatten oder wenigsten haben sollten. Das Bekannteste war Coca-Cola. 1894 brachte Caleb Davis Bradham (1867 – 1934), ein Apotheker aus New Bern/North Carolina, ein Pepsin-Getränk auf den Markt, das gegen Verdauungsstörungen helfen sollte. Neben Wasser, Kohlensäure und Zucker waren Vanille, Cola-Nüsse und Pepsin, ein Enzym aus dem Magensaft des Menschen, die wesentlichen Inhaltsstoffe. 1898 taufte er das anfangs Brad's Drink genannte Getränk in Pepsi-Cola um. 1902 gründete er in einem Hinterraum seiner Apotheke die Pepsi-Cola Company.

Der Erfolg blieb zunächst eher bescheiden. Als Anfang der 1920er Jahre die Zuckerpreise explodierten, bot Bradham seine Firma der Coca-Cola Company vergeblich zum Kauf an. 1923 musste die Pepsi-Cola Company schließlich Konkurs anmelden. Neuer Eigentümer wurde der New Yorker Börsenspekulant Roy Megargel, der die Pepsi-Cola Company in Richmond/Virginia neugründete. Allerdings hatte Megargel auch keine glücklichere Hand. 1931 machte Pepsi wieder Pleite und Coca-Cola lehnte eine Übernahme erneut ab. Nächster Besitzer wurde Charles Guth (1876 – 1948), dem mehrere Süßwarenketten und Sodabars an der amerikanischen Ostküste gehörten. Er gründete die Pepsi-Cola Company zum dritten Mal neu, diesmal in Delaware; der Firmensitz befand sich nun in Long Island City/New York. Guth strich das Pepsin aus der Rezeptur und orientierte sich stärker an dem Geschmack von Coca-Cola, was erwartungsgemäß bald zu gerichtlichen Auseinandersetzungen führte. 1933 versuchte jedoch auch er, Pepsi an Coca-Cola zu verkaufen – wieder vergeblich.

Im Angesicht des drohenden Untergangs entfachte Pepsi einen gnadenlosen Preiskampf, der sich bald auszuzahlen begann. Pepsi-Cola wurde zum gleichen Preis in doppelt so großen Flaschen wie Coca-Cola angeboten, ein schlagkräftiges Argument, dem sich während der Weltwirtschaftskrise niemand verschließen konnte. 1939 übernahm Walter Mack (1895 – 1990) die Zügel bei Pepsi und mit ihm begann der bis heute andauernde »Krieg« zwischen Coca-Cola und Pepsi-Cola. Die beiden Kontrahenten überzogen sich gegenseitig mit Prozessen, machten sich in der Werbung über den jeweils anderen lustig, zettelten neue Preiskriege an und versuchten sich zu schaden, wo immer sie konnten. 1941 ging die Pepsi-Cola Company an die New Yorker Börse; 1948 wurde auch der Firmensitz nach New York City verlegt. 1951 erhielt die Henninger Brauerei aus Frankfurt/Main die erste Konzession zum Abfüllen, Vertrieb und Verkauf von Pepsi-Cola in Deutschland.

Pepsi-Cola
Pepsi-Cola

1965 schloss sich die Pepsi-Cola Company mit dem texanischen Snackhersteller Frito-Lay (Cheetos, Cracker Jack, Doritos, Fritos, Lay's, Rold Gold, Ruffles, SunChips, Tostitos) zusammen, was zur Gründung der Holdinggesellschaft PepsiCo führte. Später kamen noch Fastfood-Ketten (1977 Pizza Hut, 1978 Taco Bell, 1986 KFC), Getränkehersteller (1985 7-Up International, 1998 Tropicana, 2000 Quaker Oats/Gatorade, 2005 Punica, 2016 KeVita), neue Getränkemarken (1959 Mirinda, 1984 Slice, 1995 Aquafina, 1998 Storm) und der israelischen Wassersprudelhersteller SodaStream (2018) hinzu. Die Fastfood-Ketten wurden 1995 wieder verselbstständigt. 1970 verlegte PepsiCo den Firmensitz von New York City nach Purchase/New York.

Ab 1974 wurde Pepsi-Cola auch in der Sowjetunion verkauft; es war das erste westliche Produkt überhaupt, das dort offiziell in den Handel kam. Abgefüllt wurde sie in einer Fabrik in Noworossijsk am Schwarzen Meer. Im Gegenzug durfte PepsiCo russischen Wodka der Marke Stolichnaya in den USA verkaufen. Auch in anderen Ostblock-Staaten wie Polen oder der DDR wurde Pepsi-Cola ab den 1970er Jahren abgefüllt und verkauft.

Von 1975 an führte Pepsi in amerikanischen Einkaufszentren und Fußgängerzonen blinde Geschmackstests zwischen Pepsi-Cola und Coca-Cola durch (Pepsi Challenge), die Pepsi aufgrund des süßeren Geschmacks meist für sich entscheiden konnte. Dies führte dazu, dass Pepsi-Cola seine Marktanteile in den USA kontinuierlich steigern konnte. 1980 verkaufte der Einzelhandel erstmals mehr Pepsi als Coke. Coca-Cola reagierte darauf 1985 mit einer Veränderung des Geschmacks (Coke schmeckte nun auch süßer). Nach starken Protesten der Konsumenten wurde diese Maßnahme bald wieder rückgängig gemacht. Der Trend zu gesünderen Light- und Diätprodukten führte in den frühen 1990er Jahren dazu, dass man auch den Zuckergehalt von Pepsi-Cola reduzierte, sodass der charakteristische Geschmack verschwand.

Wie auch Coca-Cola gibt es Pepsi-Cola inzwischen in zahlreichen verschiedenen Varianten (u.a. Caffeine Free, Cherry, Diet/Light, Lime, Max, Next, One, Twist, Vanilla, Zero). Daneben stellt PespiCo noch verschiedene andere Erfrischungsgetränke her (u.a. Aquafina, Florida Boy, Frappuccino, Frisco, Gatorade, Mirinda, Mountain Dew, Mug Root Beer, Propel Fitness Water, Quaker Milk Chillers, Schwip-Schwap, Sierra Mist, Slice, SoBe, Teem, 7-Up), teilweise auch für andere Unternehmen wie Ben & Jerry's, Dole, Lipton und Starbucks. 2021/2022 brachte PepsiCo einige seiner Getränkemarken (Copella, Dole Säfte, KeVita, Izze, Naked Juice, Punica, Tropicana) in das Jointventure Tropicana Products Group ein, an dem eine französische Private-Equity-Firma mehrheitlich beteiligt ist.

Text: Toralf Czartowski • Fotos: Unsplash.com, Pixabay.com, Public Domain