Markenlexikon

Nordmende

Ursprungsland: Deutschland

Die 1923 von Otto Hermann Mende (1885 – 1940) und Rudolf Müller in Dresden gegründete Firma Radio Mende stellte zunächst allerlei Elektroartikel her. Die ersten Mende-Röhrenempfänger kamen 1925 auf den Markt. Bis zum Beginn des 2. Weltkriegs stieg die Firma neben Saba zum führenden deutschen Rundfunkgerätehersteller auf. 1945 wurde das Werk in Dresden jedoch enteignet und später demontiert.

1948 gründete Martin Mende (1898 – 1982), der Neffe des Gründers, in Bremen eine neue Firma, die Norddeutsche Mende Rundfunk GmbH. Als Produktionsstätte dienten die früheren Werksanlegen der Focke-Wulf-Flugzeugwerke in Bremen-Hemelingen. Unter dem Markennamen Nordmende wurde das Unternehmen in den 1950er und 1960er Jahren neben Grundig, Saba, Telefunken und ITT-Schaub-Lorenz wieder zu einem der führenden deutschen Hersteller von Rundfunk- und Fernsehgeräten (ab 1948 Radiogeräte, ab 1953 Fernsehgeräte, ab 1967 Farbfernsehgeräte).

Doch genau wie alle anderen deutschen Unterhaltungselektronikfirmen kam auch Nordmende in den 1970er Jahren aufgrund der großen fernöstlichen Konkurrenz in Schwierigkeiten. 1977/1978 verkaufte die Mende-Familie ihr Unternehmen an den französischen Thomson-Brandt-Konzern, der sich in den 1980er Jahren auch Telefunken, Dual, Saba, Thorn-Ferguson aus Großbritannien und RCA aus den USA einverleibte. Das Werk in Bremen diente in den nächsten Jahren als Zentrale der kompletten europäischen Thomson-Farbfernsehgerätemontage. Im Saba-Werk in Villingen-Schwenningen wurde die Entwicklung der Fernsehgeräte und die Leiterplatten-Produktion angesiedelt. Lediglich das Telefunken-Werk in Hannover blieb noch kurze Zeit relativ selbstständig. 1987 wurde das Werk in Bremen jedoch an die damaligen Geschäftsführer verkauft, die es noch einige Jahre unter dem Namen Europart weiter betrieben, u.a. als Zulieferbetrieb für Thomson.

In den 1990er Jahren gab Thomson die Marken Nordmende, Saba und Telefunken zugunsten der eigenen auf. 2007 verkaufte Thomson (seit 2010 Technicolor S.A.) seine Fernsehröhrensparte mit Werken in China, Italien, Mexiko und Polen an den indischen Mischkonzern Videocon. Inzwischen werden in einigen europäischen Ländern unter der Marke Nordmende wieder Fernsehgeräte, aber auch Audio- und Hausgeräte vermarktet, u.a. von der irischen Gowan Group/KAL Group, die bereits 2002 eine Distributionslizenz von Thomson erworben hatte. 2017 erwarb Technisat von Technicolor die Lizenz zur Nutzung der Marke Nordmende für Deutschland, Österreich, Schweiz und Polen.

Nordmende Logo
Nordmende Logo
Nordmende Logo
Nordmende Logo
Mende Logo