Markenlexikon

Nobas

Ursprungsland: Deutschland

Nach dem Ende des 2. Weltkriegs wurden mehrere Maschinenfabriken in Nordhausen/Thüringen verstaatlichet (Dannertwerk, Kropff & Co., MABAG Maschinen- und Apparatebau AG, Nordhäuser Maschinenfabrik und Eisengießerei L. Grassmann, Normag Nordhäuser Maschinenbau GmbH, Schmidt Kranz & Co.) und 1949 zum VEB (Volkseigener Betrieb) ABUS Maschinenbau Nordhausen zusammengeschlossen. Das Kürzel ABUS stand für Ausrüstung von Bergbau und Schwerindustrie. Dahinter verbarg sich der VVB (Vereinigung Volkseigener Betriebe) ABUS Halle/Saale. 1953 wurde der Betrieb in VEB Maschinenbau Nordhausen umbenannt.

Die Normag und die MABAG (bis 1940 Orenstein & Koppel Nordhausen) hatten bereits seit den frühen 1930er Jahren Traktoren produziert, O & K auch Raupenschlepper. Aus diesem Bereich entstand 1948 das VEB Schlepperwerk Nordhausen, das dem IFA-Kombinat (Industrieverband Fahrzeugbau) zugeordnet war und Dieselmotoren sowie Traktoren produzierte (RS01/40 Pionier, RS14 Famulus).

Die anderen Werksteile (Uferstraße, Darrweg, Rothenburgstraße), die ab 1956 als VEB Schwermaschinenbau NOBAS Nordhausen firmierten und zum Kombinat Baukema Leipzig gehörten (VEB Kombinat Baumaschinen, komplette Anlagen und Erdbewegungsmaschinen), fertigten hydraulische Standard- und Seilbagger mit Kettenfahrwerken (u.a. UB 20, UB 80, UB 631, UB 632, UB 1232, UB 1233) sowie zeitweise Gummirad-Straßenwalzen. Die Motoren stammten zumeist aus dem Traktorenwerk Schönebeck. Die über 16.000 Nobas-Bagger, die das Werk in Nordhausen verließen, wurden in rund 50 Länder der Welt exportiert, teilweise auch unter dem Namen des Kominates Baukema. Am erfolgreichsten waren die Modelle UB 631 (1970 – 1981; rund 1900 Exemplare) und UB 632 (1981 – 1991; rund 1000 Exemplare).

1991 wandelte die Treuhandanstalt das Unternehmen erst in eine AG um (Nobas AG), dann 1992 in eine GmbH (Nobas GmbH), und verkaufte es 1994 an die Hallesche Baumaschinen GmbH (HBM) aus Halle/Saale, die seit 1993 zur GP Günter Papenburg AG (Baustoffhandel, Baumaschinen, Betonwerke, Entsorgung, Spedition, Straßen- und Tiefbau) gehörte. HBM hatte unter den Namen VEB Industriewerk Halle-Nord und VEB Baumaschinen Halle-Nord von 1956 bis 1990 in Halle/Saale Straßenhobelmaschinen (Motorgrader) produziert. 1995 wurden HBM und Nobas zur HBM/NOBAS GmbH (Nordhausen) zusammengeschlossen. Seit 2015 firmiert das Unternehmen als GP Papenburg Maschinenbau GmbH (Nordhausen). In Nordhausen werden heute HBM-Motorgrader hergestellt. Die Produktion der Nobas-Bagger wurde 2007 beendet.

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