Markenlexikon

Merck

Deutschland
USA

Bis zur offiziellen Gründung der Firma durch Emanuel Merck 1827, betrieb die Familie lediglich eine Apotheke, die der Apotheker Friedrich Jacob Merck 1668 in Darmstadt eröffnet hatte. Zunächst produzierte man Alkaloide, vor allem Morphin, später kamen Medikamente auf Pflanzenbasis, Schmerzmittel, Impfstoffe und Diagnostika hinzu.

1887 entstand eine Niederlassung in New York und 1891 unter Leitung von George Merck, dem Enkel des deutschen Firmengründers Emanuel Merck, die Tochtergesellschaft Merck & Co., die die in Deuschland hergestellten Produkte in den USA verkaufte. 1902 nahm Merck & Co. die erste eigene Produktionsstätte in Rahway/New Jersey zur Produktion von Jod, Wismut, Morphium und Kokain in Betrieb. Infolge des 1. Weltkriegs wurde Merck & Co. 1917 als »deutsches Feindvermögen« enteignet. 1919 erwarb George Mercks Sohn George W. Merck die Firma von der US-Regierung zurück. In den 1930er Jahren stellte man u.a. Antibiotika und Vitamine her. Seit 1955 tritt Merck & Co. außerhalb der USA und Kanada als MSD Sharp & Dohme (Merck & Co. hatte den Pharmahersteller Sharp & Dohme 1953 übernommen) und E.Merck in Nordamerika als EM Industries auf. 1963 wurde eine deutsche Tochtergesellschaft in Haar bei München gegründet. Bis heute existieren zwei Unternehmen mit dem Namen Merck, E.Merck (Deutschland) und Merck & Co. (USA).

E. Merck stellt u.a. die Medikamente Nasivin (Nasentropfen), Cebion (Vitaminpräparat), Médiflor, Seven Seas, Bion 3, Epamax, Multibionta, Kytta, Bionorm und Femibion her, Merck & Co. u.a. Zocor und Mevacor (Senkung des Cholesterinspiegels), Vasotec, Cozaar, Hyzaar, Prinivil und Vaseretic (gegen Bluthochdruck und Herzversagen), Crixivan (Behandlung von AIDS), Fosamax (Behandlung von Osteoporose), Vioxx (Arthrose- und Rheuma-Medikament; wurde 2004 vom Markt genommen), Singulair (Behandlung von Asthma), Pepcid (Behandlung von Magengeschwüren) her, sowie Impfstoffe und Antibiotika (Primaxin, Noroxin). Am bekanntesten dürfte die 1999 eingeführte Haarwuchspille Propecia sein. 2009 erwarb Merck & Co. den Konkurrenten Schering-Plough, eine frühere US-Tochtergesellschaft der deutschen Schering AG.

Merck Logo
Merck US Logo
Merck Logo