Markenlexikon

Mattel

Ursprungsland: USA

HAROLD MATSON, ELLIOT HANDLER: Harold (Matt) Matson und Elliot Handler (1916 – 2011) stellten ab 1945 in einer Garage in Culver City/California Spielzeuge wie Bilderrahmen, Puppen-Kleider, Puppenhäuser und -möbel, Kinder-Musikinstrumente (Uka-A-Doodle) und Zündhütchen-Pistolen her. Matson schied wegen gesundheitlicher Probleme schon bald wieder aus der Firma aus. 1948 wurde Mattel Creations, wie die Firma anfangs hieß, in eine Aktiengesellschaft umgewandelt (Mattel Inc.); der Firmensitz befand sich nun in Hawthorne/California. 1960 ging Mattel (Matt + Elliot = Mattel) an die New Yorker Börse.

BARBIE: Zur gleichen Zeit gelang dem Unternehmen mit der Barbie-Puppe, die sich bald zum Hauptumsatzbringer entwickelte, der Durchbruch. Die Idee für die Puppe stammte von Ruth Handler (1916 – 2002), der Frau des Mattel-Mitgründers Elliot Handler. Namensgeberin war ihre 1941 geborene Tochter Barbara Joyce (Spitzname: Barbie), die für ihr Leben gern mit Papierpuppen spielte, die man immer wieder neu einkleiden und verändern konnte. Als Vorbild diente ihr eine deutsche Puppe namens Lilli, die sie 1957 von einer Reise aus der Schweiz mitgebracht hatte. Als Barbie im März 1959 erstmals auf der New Yorker Spielzeugmesse »American Toy Fair« vorgestellt wurde, fanden sich allerdings kaum Käufer. Erst im Einzelhandel zeigte sich, wie begeistert Barbie von den Mädchen aufgenommen wurde. Im ersten Jahr konnten über 350.000 Exemplare zum Stückpreis von drei Dollar verkauft werden. Mattel war von dem Ansturm so überrascht, dass die damals noch recht kleine Firma mit der Produktion hoffnungslos überlastet war. 1964 erwarb Mattel alle Rechte an der Figur, obwohl die amerikanische Barbie mit der deutschen Lilli nur noch wenig gemein hatte. Die Produktion der deutschen Lilli musste daraufhin eingestellt werden.

Barbie Puppe
Barbie Puppe

HOT WHEELS: 1968 brachte Mattel die Hot-Wheels-Modellautos im Maßstab 1:64 auf den Markt, die in den USA eine ähnlich große Verbreitung fanden, wie die Matchbox-Modellautos in Europa. Im Gegensatz zu Matchbox, die existierende Fahrzeuge realitätstreu nachbauten, handelte es bei den Hot Wheels häufig um Fantasiefahrzeuge. Daneben gibt es von Hot Wheels Rennbahnen, Spielsets und Sammlermodelle (1:18, 1:43). In Deutschland war die Marke anfangs als Heiße Räder bekannt.

Nachdem Ruth Handler an Brustkrebs erkrankt war, zogen sich die Handlers 1975 aus der Geschäftsführung von Mattel zurück. 1976 gründete sie mit dem Prothesen-Designer Gerald Peyton die Firma Ruthton, die bis heute unter dem Markennamen Nearly Me Brustprothesen und Badekleidung für brustamputierte Frauen herstellt.

ENTERTAINMENT: Ab den 1970er Jahren versuchte Mattel auch in der Unterhaltungsbranche Fuß zu fassen. Zunächst übernahm der Spielzeugkonzern 1971 den Zirkus Ringling Bros. and Barnum & Bailey Circus. Dann folgten 1979 die Eisshows Ice Follies und Holiday on Ice (über ihre Tochterfirma Irvin & Kenneth Feld Productions) sowie der Verlag Western Publishing (1979; Verkauf 1983). 1982 zog sich Mattel aus diesem Bereich jedoch wieder zurück und verkaufte die Entertainment-Sparte an Irving und Kenneth Feld.

MATTEL ELECTRONICS: Auch der Versuch in den Videospielmarkt einzusteigen (Mattel Electronics, Intellivision) blieb ab 1977 auf einige Anfangserfolge beschränkt. Der Zusammenbruch des Videospielmarktes 1984 verhinderte eine weitere Entwicklung, ebenso wie beim Konkurrenten Milton Bradley (MB).

MASTERS OF THE UNIVERSE: Von 1982 bis 1988 produzierte Mattel eine Reihe von 14 Zentimeter großen Action-Figuren aus Kunststoff (He-Man und die Heroic Warriors, Skeleton und die Evil Warriors, Hordak und die Wilde Horde), die sich in den ersten Jahren außerordentlich gut verkauften, woraufhin Mattel die Produktion stark erhöhte. Nachdem jedoch auch andere Spielzeughersteller eigene Action-Figuren auf den Markt gebracht hatten, brach der Absatz 1987 drastisch ein, was 1988 zur Einstellung der Masters-of-the-Universe-Serie führte. Anfang der 2000er Jahre gab es noch einmal eine Neuauflage der Figuren, die aber nicht mehr an die alten Erfolge anküpfen konnten. Dennoch gilt die Masters-of-the-Universe-Serie bis heute als erfolgreichstes Mattel-Produkt neben der Barbie-Puppe. In den 1990er und 2000er Jahren produzierte Mattel auch zahlreiche Figuren aus Filmen und TV-Serien wie »Batman«, »Superman«, »Justice League« und »Looney Tunes« (Bugs Bunny, Daffy Duck, Porky Pig/Schweinchen Dick, Road Runner, Speedy Gonzales, Wile E. Coyote), außerdem Disney-Plüschfiguren (u.a. König der Löwen, Micky Maus, Donald Duck).

AMERICAN GIRL, CORGI, FISHER-PRICE, MATCHBOX: 1990 wurde der Mattel-Firmensitz nach El Segundo/California verlegt. In den 1990er Jahren erwarb Mattel mehrere andere führende Spielzeughersteller, u.a. 1989 Corgi Toys (wurde 1995 wieder verkauft), 1992 International Games (Skip-Bo, Uno), 1993 Fisher-Price, 1997 Tyco Toys (inkl. Dinky Toys und Matchbox) und 1998 die Pleasant Company (American Girl) sowie Bluebird Toys (Polly Pocket). 2002 schloss das Unternehmen seine letzte Fabrik in den USA (ursprünglich eine Fisher-Price-Fabrik); seitdem werden sämtlich Mattel-Spielzeuge u.a. in China gefertigt.

MATTEL TELEVISION, MATTEL FILMS: Bereits in den 1970er Jahren beteiligte sich Mattel an mehreren Filmproduktion (1972 »Sounder«, 1974 »Where The Lilies Bloom«, 1978 »A Hero Ain't Nothin' But A Sandwich«). 2012 erwarb Mattel die TV-Produktionsfirma HIT Entertainment Ltd., die 1982 von dem Muppets-Erfinder Jim Henson gegründet worden war (Henson International Television). HIT wurde 2016 erst in Mattel Creations umbenannt und 2019 schließlich in Mattel Television. Die 2013 gegründete Filmsparte firmierte erst als Playground Productions, dann als Mattell Playground Productions und seit 2018 als Mattel Films. Mattel hat bisher mehrere Filme, Trickfilme und TV-Serien mitproduziert, die auf Mattel-Spielzeugen basieren.

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