Markenlexikon

Magnet Records

Ursprungsland: Großbritannien

Der Buchhalter Michael Abraham Levy (* 1944) betrieb zunächst eine eigene Wirtschaftsprüfungsagentur, die zahlreiche Klienten aus der Musik- und Unterhaltungsbranche hatte. 1973 wechselte er mit der Gründung der Plattenfirma Magnet Records (London) selbst in die Musikbranche. Sein Partner war der Sänger, Komponist und Produzent Peter Shelley (eigtl. Peter Alexander Southworth; *1942), der ab 1965 verschiedene Positionen bei dem Musikverlag Chappell & Co. sowie den Plattenfirmen EMI Records und Decca innegehabt hatte.

Einer der ersten Magnet-Stars war der von Shelley erfundene Glam-Rock-Sänger Alvin Stardust, den er zunächst selbst in einer TV-Show dargestellt hatte. Schließlich übernahm der Sänger und Schauspieler Shane Fenton (eigtl. Bernard William Jewry) die Rolle des Alvin Stardust, die deutlich an David Bowies Ziggy Stardust angelehnt war. Zwischen 1973 und 1976 schrieb Shelley zahlreiche Hits für Alvin Stardust, u.a. »My Coo Ca Choo«, »Jealous Mind« und »You You You«. Shelley verließ Magnet Records bereits 1975 nach Differenzen mit Levy. Zuvor hatte er jedoch noch Chris Rea und die Guys ’n’ Dolls (»There’s A Whole Lot Of Loving«) unter Vertrag genommen.

Weitere Hitlieferanten waren die deutsche Disco-Band Silver Convention (»Fly Robin Fly«, »Save Me«), für die Magnet den britischen Vertrieb übernahm, die Doo-Wop-Gesangsgruppe Darts (»Come Back My Love«, »It’s Raining«), die Rockabilly-Band Matchbox (»Midnite Dynamos«, »Rockabilly Rebel«) und die Skaband Bad Manners (»Special Brew«, »Can Can«, »My Girl Lollipop«). Zum größten Magnet-Star stieg jedoch in den 1980er Jahren Chris Rea (»Josephine«, »On The Beach«, »The Road To Hell«) auf.

1988 verkaufte Levy Magnet Records an WEA, gründete aber kurze Zeit später eine neue Plattenfirma (M&G Records). In den späten 1990er Jahren ging er in die Politik und wurde unter Ministerpräsident Tony Blair, mit dem er seit langem befreundet war, Sonderbeauftragter für den Nahen Osten. 1997 verlieh man ihm den Titel Baron Levy.

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