Markenlexikon

London Records

Ursprungsland: Großbritannien

DECCA UK, LONDON RECORDS: Jack Kapp (1901 – 1949), ein ehemaliger Direktor der Plattenfirma Brunswick, gründete 1934 in New York eine US-Niederlassung der britischen The Decca Record Co. Ltd. Da Decca jedoch während des 2. Weltkriegs vor allem Navigationsgeräte entwickelte und produzierte (das »Decca Navigation System« wurde in den nächsten vier Jahrzehnten zum führenden europäischen Schiffs-Navigationssystem), und dafür finanzielle Mittel brauchte, wurde die US-Tochter 1939 verkauft. 1942 ging Decca Records Inc. an die New Yorker Börse. Die Londoner Decca vermarktete ihre Platten auf dem ganzen amerikanischen Kontinent ab 1947 unter dem Label London Records. Decca Records New York verwendete in Großbritannien die Sub-Labels Brunswick (Decca Records hatte die Brunswick Radio Corporation 1941 von Warner Bros. gekauft) und Coral Records (ab 1949).

DECCA US, MCA: 1951/1952 beteiligte sich Decca Records New York mehrheitlich an der Filmgesellschaft Universal International und 1962 kamen beide Unternehmen unter die Kontrolle der Music Corporation of America (MCA), einer 1924 in Chicago gegründeten Künstleragentur und TV-Produktionsgesellschaft, die 1966 für den Musikbereich die Dachgesellschaft MCA Records etablierte (ab 1973 gab es nur noch MCA Records; erst 1994 reaktivierte MCA Decca als Country-Label).

POLYGRAM: Nach dem Tod des langjährigen Decca-London-Chefs Edward Lewis (1980) wurde die Decca-Musikabteilung an die Philips/Siemens-Tochter PolyGram verkauft und die Decca-Marineabteilung an die britische Racal Group. Ab 1983 wurde London Records von dem früheren EMI-Manager Roger Ames geleitet, der 1979 in die A&R-Abteilung von Phonogram (PolyGram) gewechselt war. In den 1980er und 1990er Jahren veröffentlichte London Records auch die Platten eigener Musiker, u.a. Bananarama, Banderas, Blancmange, Bronski Beat, Dannii Minogue, Fine Young Cannibals, Jimmy Somerville, Londonbeat, Salt-N-Pepa und Sugababes.

UNIVERSAL MUSIC GROUP: Die MCA Inc., die ab 1991 zu Panasonic/Japan und ab 1995 zum kanadischen Spirituosenkonzern Seagram gehörte, benannte sich 1996 Universal Studio Inc. um; die MCA Music Entertainment Group (Decca Nashville, Geffen Records, GRP Records, MCA Records) firmierte nun als Universal Music Group. 1998 übernahm Seagram auch PolyGram (A&M, Deutsche Grammophon, Decca London, Island, Mercury, Philips Classics, Polydor/PolyStar, Vertigo, Verve), womit die Universal Music Group wieder in den alleinigem Besitz der Marke Decca kam.

WARNER MUSIC GROUP: Roger Ames, der ab 1996 Präsident der gesamten PolyGram Music Group gewesen war, wechselte nach der PolyGram-Übernahme durch Seagram 1999 als neuer Chef zur Warner Music Group (Asylum, Atlantic, EastWest, Elektra, Erato, Nonesuch, Sire, Warner Bros., WEA) des Time-Warner-Konzerns. Gleichzeitig verkaufte Universal Music/PolyGram das Label London Records und den Katalog ab 1980 an Warner Music. Die Warner Music Group verwendet das Label London Records inzwischen nicht mehr.

London Records Logo

Aktuelle / ehemalige Mutterkonzerne

Warner Music Logo
PolyGram Logo
Decca Logo