Markenlexikon

Liberty Records

Ursprungsland: USA

LIBERTY RECORDS: Der Musiker Simon Waronker (1915 – 2005) wuchs in Deutschland und Frankreich auf, musste Europa aber bereits in den 1930er Jahren wegen seiner jüdischen Herkunft verlassen. In Hollywood arbeitete er von 1939 bis 1955 in der Musikabteilung des Filmstudios 20th Century Fox. 1955 gründete er gemeinsam mit dem früheren Dot-Records-Manager Alvin (Al) Bennett (1926 – 1989) und dem Toningenieur Theodore (Ted) Keep in Los Angeles die Plattenfirma Liberty Records. Der erste Chart-Erfolg gelang Liberty 1955 mit »Cry Me A River« von Julie London. Von 1956 bis 1958 stand Henry Mancini (»Moon River) bei Liberty unter Vertrag, doch bevor er groß herauskam, ging er zu RCA-Victor. Der Rock'n'Roll-Sänger Eddie Cochran veröffentlichte bei Liberty seine Hit-Singles »Sittin' In The Balcony« (1957), »Summertime Blues« (1958) und » C'mon Everybody« (1958).

DAVID SEVILLE AND THE CHIPMUNKS: Großen Erfolg hatte Liberty ab 1958 mit der aus Cartoon-Figuren bestehenden Musikgruppe David Seville and the Chipmunks, die von dem Sänger, Komponisten und Schaupieler Ross Bagdasarian alias David Seville erfunden worden war. Die Hauptfiguren, drei singende Streifenhörnchen, wurden nach den Liberty-Gründern benannt (Alvin, Simon, Theodore). Der mit drei Grammy-Awards ausgezeichnete »The Chipmonk-Song« verkaufte sich 1958 über vier Millionen Mal. Später entstanden aus den Figuren auch zwei Zeichentrickserien (»The Alvin Show«, »Alvin and the Chipmunks«).

BOBBY VEE, DEL SHANNON, WILLIE NELSON: In den 1960er Jahren gehörten Bobby Vee (ab 1960; »Take Good Care Of My Baby«), Del Shannon (ab 1961) und Willie Nelson (1961 – 1964), zu den Musikern, die bei Liberty unter Vertrag standen.

AVNET, AL BENNETT, BLUE NOTE RECORDS, SUNSET: 1963 verkaufte Simon Waronker seine Liberty-Anteile aus gesundheitlichen Gründen an die Elektronikfirma Avnet, die zur gleichen Zeit auch die kleineren Labels Dolton Records und Imperial Records (inkl. Aladdin Records, Minit Records) erwarb. Al Bennett gehörte 1964 auch zu den Gründern von Dunhill Records. Nach zwei verlustreichen Jahren zog sich Avnet wieder aus dem Musikgeschäft zurück und verkaufte Liberty Records 1965 zurück an Al Bennett. Im gleichen Jahr erwarb Liberty das Jazz-Label Blue Note Records. 1966 etablierte Liberty das Sublabel Sunset, das die Wiederveröffentlichung der alten Platten von Aladdin, Blue Note, Dolton, Imperial und Minit übernahm. Für das 1966 von Johnny Rivers gegründete Label Soul City Records übernahm Liberty den Vertrieb. Das Label Dolton wurde 1967 eingestellt.

TRANSAMERICA, UNITED ARTISTS RECORDS: 1968 wurde Liberty Records von dem Finanzkonzern Transamerica Corporation aus San Francisco übernommen, dem bereits seit 1967 die Filmgesellschaft United Artists gehörte, die eine eigene Plattenfirma betrieb (United Artists Records). 1969 wurden beide Labels unter dem Namen United Artists Records zusammengeschlossen, was kurze Zeit später auch zur Einstellung der Labels Aladdin, Imperial, Liberty und Minit führte. Den Soul-City-Katalog (u.a. Johnny Rivers, The 5th Dimension) erwarb 1970 Bell Records.

ARTIE MOGULL, JERRY RUBINSTEIN, EMI, CAPITOL RECORDS: 1978 verkaufte Transamerica die United Artists Music and Records Group an die beiden UAR-Manager Artie Mogull und Jerry Rubinstein, die sich das Geld für den Kauf von dem britischen Musikkonzern EMI liehen, der auch den Vertrieb für die neue Firma Liberty/United Records übernahm. Durch den Eigentümerwechsel verlor Liberty/United jedoch den lukrativen ELO-Vertriebsvertag mit Jet Records (die ELO-Platten wurden fortan von CBS vertrieben), was dazu führte, dass Mogull und Rubinstein das EMI-Darlehen nicht zurückzahlen konnten. Schließlich übernahm EMI das Unternehmen 1979 selbst. EMI gab den Namen United Artists Records 1980 auf, betrieb das Liberty-Label aber über seine Tochter Capitol Records noch bis 1984 weiter. In den frühen 1980er Jahren wurden u.a. die Platten von Kenny Rogers (1981 – 1983), Dottie West (1979 – 1984) und Manowar (nur ein Album 1982) auf Liberty veröffentlicht. Das Jazz-Label Blue Note hatte EMI schon 1980 aufgegeben, reaktivierte es aber 1985 unter der Ägide von Capitol Records wieder.

CAPITOL NASHVILLE, LIBERTY: 1991 benannte EMI das Country-Label Capitol Nashville kurzzeitig in Liberty um, kehrte aber schon 1995 zum alten Namen Capitol Nashville zurück. Von 2001 bis 2003 existierte das Label noch einmal kurzzeitig und übernahm den Vertrieb des Bangles-Albums »Doll Revolution« (2003) in Europa und Kanada.

Liberty Records Logo
Liberty Records Logo
Liberty Records Logo
Liberty Records Logo
Liberty Records Logo

Aktuelle / ehemalige Mutterkonzerne

Universal Music Group Logo
EMI Records Logo
United Artists Records Logo
United Artists Records Logo
Transamerica Corporation Logo