Markenlexikon

Kapp Records

Ursprungsland: USA

David Michael Kapp (1904 – 1976), der Bruder des Decca-Records-Gründers Jack Kapp, etablierte dieses Label 1954 in New York, nachdem er zuvor bei Decca Records und RCA-Victor tätg gewesen war. Große Erfolge konnte Kapp in den 1960er Jahren mit Louis Armstrongs Single und Album »Hello Dolly« (1964) aus dem gleichnamigen Musical feiern. Das Album »Hello Dolly« war zugleich die kommerziell erfolgreichste Platte Louis Armstrongs. Der Pianist Roger Williams kam 1955 mit dem Klavierstück »Autumn Leaves« auf Platz 1 der Billboard-Charts, was bis heute niemanden mehr gelang. Das gleichnamige Album ist das meistverkaufte Klavieralbum aller Zeiten. Williams veröffentlichte von 1955 bis 1972 bei Kapp 22 Singles und 38 Alben. Von 1965 bis 1967 stand auch der berühmte Songwriter und Pianist Burt Bacharach bei Kapp unter Vertrag. Weitere Kapp-Künstler waren u.a. Cher, Eartha Kitt, Kenny Ball & His Jazzmen und Sacha Distel. In 1960er Jahren vertrieb Kapp für Pye Records die Platten der britischen Rockband The Searchers in den USA.

Kapp betrieb mehrere Sublabels, u.a. Congress Records (Übernahme 1963), Trend Records (Übernahme 1956) und Four Corner Records (1964 – 1969), auf dem europäische Künstler wie Françoise Hardy, Gilbert Bécaud oder Raymond Lefèvre veröffentlicht wurden. In Europa war die Decca-Tochter London Records für den Vertrieb der Kapp-Platten zuständig.

1967 verkaufte David Kapp das Label an den Unterhaltungskonzern MCA (Brunswick Records, Coral Records, Decca Records, MCA Records, Universal Pictures, Uni Records, Vocalion), der bis 1973 alle Labels zugunsten von MCA Records einstellte.

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