Markenlexikon

Jet Records

Ursprungsland: Großbritannien

DON ARDEN: Don Arden (eigt. Harry Levy; 1926 – 2007) betätigte sich nach dem Ende des 2. Weltkriegs zunächst als singender Alleinunterhalter, der bekannte Sänger und Schauspieler imitierte (u.a Elvis Presley, Enrico Caruso, Eward G. Robinson, George Raft). Nachdem er entdeckt hatte, dass man als Manager mehr Geld verdienen kann, wechselte er 1954 in diesen Bereich. Der erste Musiker, für den er das Management übernahm, war der Rockabilly-Sänger Gene Vincent, der 1956 mit »Be-Bop-A-Lula« einen Hit hatte. Zu seinen größten Erfolgen als Manager zählen The Small Faces, The Move, das Electric Light Orchestra und die Heavy-Metal-Band Black Sabbath.

JET RECORDS, ELO, OZZY OSBOURNE: Im September 1974 etablierte er zusammen mit dem ehemaligen Warner-Brother-Records-Manager Des Brown das Label Jet Records; Arden war für den britischen Markt zuständig, Brown für den amerikanischen. Den Vertrieb übernahmen Island Records (1974 – 1975), Polydor (1975 – 1976), United Artists Records (1976 – 1978) und ab 1979 CBS/Epic. Auf Jet wurden hauptsächlich die sehr erfolgreichen Platten von ELO veröffentlicht (1975 »Face The Music«, 1976 »A New World Record«, 1977 »The Light Shines On«, 1977 »Out Of The Blue«, 1979 »Discovery«, 1980 »Xanadu«, 1981 »Time«, 1983 »Secret Messages«, 1986 »Balance Of Power«), außerdem einige Solo-Platten von Ozzy Osbourne (1980 »Blizzard Of Ozz«, 1981 »Diary Of A Madman«), nachdem er 1979 wegen seiner Alkohol- und Drogenprobleme bei Black Sabbath entlassen worden war, und die ersten Platten von Gary Moore (1978 »Back On The Streets«, 1980 »G-Force«, 1983 »Dirty Fingers«).

CBS RECORDS: Nachdem der Erfolg von ELO ab Mitte der 1980er Jahre nachlies und Ozzy Osbourne 1983 zu CBS/Epic gewechselt war, geriet Jet Records zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten. 1985 verkaufte Jet den ELO-Katalog ab 1975 an CBS (die früheren ELO-Platten waren bei Harvest erschienen), was dazu führte, dass die ersten Pressungen des für lange Zeit letzten ELO-Albums »Balance Of Power« (1986) in vielen europäischen Ländern noch das Jet-Label trugen, während es auf den weiteren Pressungen gegen das Epic-Label von CBS ausgetauscht wurde. 1991 verkaufte Don Arden sein Unternehmen schließlich an die Produktionsfirma Bagdasarian Productions (Alvin And The Chipmunks), die das Label in Chipmunks Records umbenannte.

DON ARDEN: Arden, den man auch »Mr. Big«, »Yiddish Godfather« oder »Meyer Lansky of Pop« (nach dem gleichnamigen Cosa-Nostra-Mitglied) nannte, war für seine rüden Management-Methoden bekannt: so drohte er seinem Manager-Kollegen Robert Stigwood im Streit um die Small Faces 1966 damit, ihn aus dem vierten Stock seines Büros zu werfen. Seine Tochter Sharon, die 1982 den Black-Sabbath-Sänger Ozzy Osbourne heiratete und sein Management übernahm, erzählte später in ihren Memoiren, dass sie während ihrer Kindheit von Gewalt umgeben war, und ihr Vater ständig jemanden bedrohte und mit Schusswaffen hantierte. Sie hatte über 20 Jahre keinerlei Kontakte zu ihm. Leuten, die 1979 mit einem BBC-Journalisten in einem Radio-Interview über ihn sprechen wollten, drohte er, ihnen den Hals zu brechen. Auch sein Sohn David Levy bediente sich ähnlicher Methoden: 1986 wurde er wegen tätlichen Angriffs auf einen Buchhalter, der für Jet Records arbeitete, zu einer mehrmonatigen Gefänginsstrafe verurteilt.

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