Markenlexikon

Jacobs

Ursprungsland: Deutschland

Der Kaufmann Johann Jacobs (1869 – 1958) eröffnete 1895 in Bremen ein »Specialgeschäft in Caffee, Thee, Cacao, Chocoladen und Biscuits«. 1907 errichtete er im Hinterhof seine Geschäfts eine eigene Rösterei und 1910 einen Lieferdienst, der frisch gerösteten Kaffee direkt ins Haus lieferte. In den 1930er Jahren gab es dann auch abgepackten Jacobs-Kaffee zu kaufen. Während der beiden Weltkriege war Kaffee jedoch kein Produkt, mit dem man Geld verdienen konnte. Erst mit dem deutschen Wirtschaftswunder kam auch für Jacobs der Aufschwung – vielleicht erfand Walter Johann Jacobs (1907 – 1998), der Neffe des Gründers, deswegen 1954 den Slogan »Jacobs-Kaffee – wunderbar.«. 1966 wurde die Marke Jacobs Krönung (»Mit dem unverwechselbaren Verwöhnaroma.«) eingeführt. In dieser Zeit entdeckte das Unternehmen auch die Radio-, TV- und Kinowerbung für sich. In den 1960er und 1970er Jahren entstanden in mehrerern europäischen Ländern Niederlassungen und Tochtergesellschaften (Österreich, Schweiz, Dänemark, Frankreich).

Mit der Übernahme des Schweizer Süßwarenherstellers Interfood (1982), dem Marken wie Callebaut, Milka, Suchard, Tobler und Toblerone gehörten, des niederländischen Kakaoherstellers Van Houten (1986) und des belgischen Schokoladenherstellers Côte d'Or (1986) wandelte sich das Familienunternehmen allmählich zum Nahrungsmittelkonzern. 1990 verkaufte der damalige Besitzer Klaus Johann Jacobs (1936 – 2008) die Jacobs-Suchard AG (Zürich) an den US-Tabakkonzern Philip Morris (Marlboro), dem damals auch der Nahrungsmittelkonzern Kraft General Foods (Birds Eye, Kaba, Kaffee HAG, Kool Aid, Kraft Deluxe, Kraft Macaroni and Cheese Dinner, Maxwell House, Miracle Whip, Mirácoli, Onko, Oscar Mayer, Philadelphia, Post Cereals, Tang, Velveeta) gehörte. Lediglich die Marken Callebout und Van Houten blieben im Besitz der Jacobs Holding AG (Zürich). 1993 wurde Jacobs-Suchard in Kraft-Jacobs-Suchard umbenannt. Die US-Muttergesellschaft firmierte ab 1995 Kraft Foods.

2012 benannte sich Kraft Foods in Mondelēz International (Deerfield/Illinois; Süßwaren, Snacks, Kaffee, International Foods) um und verkaufte das nordamerikanische Nahrungsmittelgeschäft (USA, Kanada) unter dem Namen Kraft Foods Group (Northfield/Illinois) anschließend an seine Aktionäre. 2014 schlossen Mondelēz International (Café HAG, Carte Noire, Gevalia, Jacobs, Kenco, Maxwell House, Millicanao, Onko, Sanka, Tassimo, Yuban) und D.E Master Blenders 1753 Amsterdam (Douwe Egberts, Senseo) ihre Kaffeesparten in dem Jointventure Jacobs Douwe Egberts (JDE) zusammen.

Die Finanzholding Joh. A. Benckiser SE Wien (JAB), Eigentümer von D.E Master Blenders 1753, war anfangs über die Acorn Holdings B.V. zu 51 Prozent an JDE beteiligt, Mondelēz International mit 49 Prozent. Inzwischen gehört den JAB-Töchtern Delta Charger HoldCo B.V. (56.11 Prozent) und JDE Holding Minority B.V. (17.00 Prozent) die Mehrheit. Der Mondelēz Coffee HoldCo B.V. ist mit 26.36 Prozent an JDE beteiligt (Stand 2020). Das Unternehmen produziert in weltweit 22 Fabriken verschiedene Kaffee- und Teemarken (u.a. Café HAG, Douwe Egberts, Gevalia, Jacobs, Kenco, Maxwell House, Pickwick, Tiora), den Süßstoff Natreen sowie die Systeme Senseo (Kaffeepadsystem; Maschinen von Philips) und Tassimo (Heißgetränkesystem; Maschinen von Bosch).

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Aktuelle / ehemalige Mutterkonzerne

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