Markenlexikon

Interscope Records

Ursprungsland: USA

INTERSCOPE COMMUNICATIONS: Der Autorennfahrer und Rennstallbesitzer (Interscope Racing) Frederick Woodruff (Ted) Field (* 1953), der 1979 gemeinsam mit Hurley Haywood und Danny Ongais die Sportwagen-Weltmeisterschaft gewonnen hatte, gründete 1984 die Filmproduktionsfirma Interscope Communications. Interscope produzierte insgesamt 56 Spiel- und TV-Filme für mehrere Verleih- und TV-Unternehmen, u.a. »Noch drei Männer, noch ein Baby« (1987), »Cocktail« (1988), »Ein Vogel auf dem Drahtseil« (1990), »Jumanji« (1995), »Mr. Holland’s Opus« (1995), »Die Braut, die sich nicht traut« (1999) und »Der Pianist« (2002).

INTERSCOPE RECORDS: 1990 gründeten Ted Field sowie der Tontechniker und Musikproduzent Jimmy Iovine das Label Interscope Records (Westwood/California) als Jointventure mit der Warner-Music-Tochter Atlantic Recording Corporation. Iovine war in den 1970er Jahren als Tontechniker an Alben von Bruce Springsteen, John Lennon und Meat Loaf beteiligt gewesen, später arbeitete er als Produzent für die Dire Straits, Patti Smith, Stevie Nicks, Tom Petty, The Pretenders und U2.

4 NON BLONDES, MARYLIN MANSON, 2PAC: Interscope Records spezialisierte sich einerseits auf Alternative Rock (4 Non Blondes, Bush, Helmet, Marylin Manson, Nine Inch Nails, No Doubt, Primus, Rocket from the Crypt), andererseits auf Rap/Hip-Hop, eine Musikrichtung, die in den 1970er Jahren in den afroamerikanischen Ghettos der USA entstanden war. 1991 nahm Interscope den Rapper Tupac Shakur alias 2Pac unter Vertrag. Mit dem Album »Strictly 4 My N.I.G.G.A.Z.« gelang dem Gangsta-Rapper 1993 der weltweite Durchbruch. 1992 übernahm Interscope Records den Vertrieb für das 1991 von Andre Romelle Young (Dr. Dre), Tracy Lynn Curry (The D.O.C.) und Marion Hugh (Suge) Knight Jr. gegründete Hardcore-Hip-Hop-Label Death Row Records, das u.a. Dr. Dre, Left-Eye, Michel’le, RBX, Snoop Dogg, Tha Dogg Pound (Daz Dillinger, Kurupt) und The D.O.C. unter Vertrag hatte.

MCA: Damit stand Interscope Records nun aber auch im Mittelpunkt der Fehde zwischen neuen Westcoast-Rappern (Gangsta-Rap) und etablierten Eastcoast-Rappern, die 1996 in die Ermordung von Tupac Shakur und The Notorious B.I.G. gipfelte. Die Atlantic- und Warner-Bros.-Muttergesellschaft Time-Warner verkaufte deswegen 1995 ihren 50-Prozent-Anteil an Interscope Records an die Gründer Ted Field und Jimmy Iovine, die ihn kurz darauf an den Unterhaltungskonzern MCA Inc. (Decca Nashville, Geffen Records, GRP Records, MCA Records, Universal Pictures, Universal Studios) weiterreichten.

UNIVERSAL MUSIC GROUP: 1996 wurden MCA Inc. in Universal Studio Inc. und die MCA Music Entertainment Group in Universal Music Group umbenannt. 1998 kam es zum Zusammenschluss der Universal Music Group und der PolyGram-Gruppe (A&M, Barclay, Casablanca, Decca London, Deutsche Grammophon, Def Jam, Fontana, Interscope, Island, Mercury, Metronome, Motown, Philips Classics, Phonogram, Pickwick, Polar, Polydor, RSO, Vanguard, Vertigo, Verve). 1999 schloss Universal Music die drei Labels Interscope Records, Geffen Records und A&M Records zur Interscope Geffen A&M Label Group zusammen, die weiterhin von Iovine (bis 2014) und Field (bis 2001) geleitet wurde. Die Filmproduktion von Interscope Entertainment stellte Universal Pictures 2003 ein.

EMINEM: 1999 veröffentlichten die Label Aftermath Entertainment (gegründet 1996 von Dr. Dre) und Interscope das Eminem-Album »The Slim Shady LP«, das den Beginn des kommerziellen Erfolgs von Eminem markierte. Das Album, das im Jahr 2000 zwei Grammys gewann, verkaufte sich weltweit über 18 Millionen Mal. Noch 1999 gründete Eminem mit seinem Manager Paul Rosenberg das Label Shady Records. Den Vertrieb der weiteren Eminem-Platten übernahmen Interscope-Geffen-A&M (Nordamerika), Polydor (Großbritannien) und Universal Music (weltweit).

INTERSCOPE-GEFFEN-A&M LABEL GROUP, LADY GAGA: Ende 2003 erwarb die Universal Music Group die Musiksparte des Filmstudios DreamWorks (DreamWorks Records) und integrierte sie anschließend in die Interscope-Geffen-A&M Label Group. Dadurch kam u.a. Nelly Furtado erst zu Geffen Records und später zu Interscope. Zwischen 2005 und 2007 entstanden drei Jointventures, die alle mit der damals noch wenig bekannten Sängerin Lady Gaga in Verbindung standen: Cherrytree Records (mit dem Manager, Musiker und Produzenten Martin Kierszenbaum), KonLive Distribution (mit dem Sänger Akon) und Streamline Records (mit dem Songwriter und Produzenten Vincent Herbert). Ab 2007 veröffentlichte Interscope/Streamline die Alben von Lady Gaga, die sich weltweit außerordentlich gut verkauften.

BILLIE EILISH, ENRIQUE IGLESIAS, GEWN STEFANI, MADONNA, SELENA GOMEZ, U2, VAN HALEN: 1999 wechseltete der spanische Sänger Enrique Iglesias, der Sohn von Julio Iglesias, von Fonovisa Records, einem auf spanischsprachige Musik spezialisierten Label aus Hollywood, zu Interscope. Im Jahr 2000 übernahm Interscope für die Universal-Music-Tochter Island Records die US-Vermarktung der Alben von U2. 2004 begann Gewn Stefani, Sängerin und Gründungsmitglied der Rockband No Doubt, die seit 1991 bei Interscope unter Vertrag stand, eine Solokarriere. 2011 nahm Interscope Madonna und Van Halen unter Vertrag; beide hatten zuvor bei Warner Bros. Records unter Vertrag gestanden. 2014 wechselte Selena Gomez von Hollywood Records zu Interscope. Weitere Künstler, die ihre Musik bei Interscope veröffentlichen, sind u.a. Billie Eilish (seit 2015), Lana De Rey (seit 2011), Kendrick Lamar (seit 2012), Maroon 5 (seit 2014), M.I.A. (seit 2005) und kurzzeitig Elton John, der jedoch mit der Vermarktung seines Albums »The Captain & The Kid« überhaupt nicht zufrieden war und deswegen zu Mercury Records wechselte – ebenfalls eine Tochter von Universal Music.

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