Markenlexikon

Halliburton

Ursprungsland: USA

Erle Palmer Halliburton (1892 – 1957) ging nach seiner Zeit bei der US Navy zur kalifornischen Perkins Oil Well Cementing Company, die sich mit der Zementierung von Öl- und Gasquellen beschäftigte. Dort flog er jedoch schon nach kurzer Zeit wieder raus, weil er seine Mitarbeiter und Vorgesetzten mit ständigen Verbesserungsvorschlägen nervte.

1919 gründete er in Wilson/Oklahoma ein eigenes Unternehmen, die New Method Oil Well Cementing Company, die 1920 in Halliburton Oil Well Cementing Company umbenannt wurde. Mit einer geborgten Zementpumpe, einem Mixer und einigen wenigen Arbeitern suchte Halliburton auf den Ölfeldern von Oklahoma nach Aufträgen. Die Geschäfte ließen sich gut an, besonders nachdem er mit seinen neuen Zementierungstechniken eine außer Kontrolle geratene Ölquelle abdichten konnte. 1922 gehörten der Firma bereits 17 komplette Trucks, die in Oklahoma, Texas, Louisiana und Arkansas im Einsatz waren. Aus diesen bescheidenen Anfängen entwickelte sich bald ein weltweit tätiges Bau- und Serviceunternehmen für die Ölindustrie, das überall da zum Einsatz kam, wo neue Ölvorkommen entdeckt wurden. Mitte der 1920er Jahre waren Erle Halliburton und seine Frau Vida mit 52 Prozent die Hauptanteilseigner des Unternehmens, der Rest gehörte den Ölgesellschaften Atlantic Refining, Gulf Oil, Humble Oil, Pure Oil, Sunoco, Magnolia Petroleum und Texaco.

1938 ließ sich der Gründer von seinen Ingenieuren einen robusten und aerodynamisch gestylten Aluminiumkoffer entwickeln, der auch die rauen Bedingungen in seinem Pickup-Truck und auf den Ölfeldern unbeschadet überstand. Für die Produktion rief Halliburton extra eine Tochtergesellschaft ins Leben – eine frühe Form von Konsumgüterproduktion, die später in vielen Ostblockstaaten zur Blüte entwickelt wurde. Die Halliburton Case Company wurde jedoch 1952 an die Zero Corporation verkauft. Seit 2006 befindet sich die Marke Zero-Halliburton im Besitz des japanischen Kofferherstellers ACE.

Von 1962 bis 2007 gehörte auch die texanische Baufirma Brown & Root (ab 2002 KBR Kellogg, Brown & Root) zu Halliburton. Dieses frühere Straßenbauunternehmen hatte 1947 die erste Offshore-Ölplattform der Welt errichtet. Daneben beschäftigte sich KBR vor allem mit der Errichtung von Militärcamps und Infrastruktureinrichtungen für die US-Regierung. Halliburton/KBR bekam von der US-Regierung zahlreiche hoch dotierte Aufträge (teilweise ohne Ausschreibung), u.a. für den Wiederaufbau im Irak und in Afghanistan, aber auf für die logistische Unterstützung der US Army, US Air Force und US Navy. Zum Dank wurde Dick Cheney, von 1989 bis 1993 US-Verteidigungsminister, 1995 Vorstandsvorsitzender der Halliburton Company. Mit seiner Ernennung zum US-Vizepräsidenten 2001 legte er dieses Amt nieder; die guten Verbindungen zwischen Halliburton und der US-Regierung blieben jedoch bestehen.

Die Halliburton Company (seit 1960 unter diesem Namen), deren Hauptsitze sich in Houston/Texas (seit 2002) und Dubai (seit 2007) befinden, liefert heute Produkte, Dienstleistungen und integrierte Lösungen für die Erdöl- und Erdgasförderung.

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