Markenlexikon

Guy Laroche

Ursprungsland: Frankreich

Guy Laroche (1921 – 1989), der Sohn eines Hotelbesitzers, absolviert zunächst in Paris eine Ausbildung zum Hutmacher. Danach arbeitete er eine Zeitlang als Assistent bei der Pariser Modefirma Jean Dessès. Anschließend machte er sich in den USA mit den neuesten Produktionsmethoden der Textilbranche vertraut. 1957 gründete er in der Pariser Avenue Franklin Roosevelt sein eigenes Atelier, das sich auf elegante, aber tragbare Haute-Couture-Damenmode spezialisierte. Ende der 1950er und Anfang der 1960er Jahre waren auch die späteren Modedesigner Valentino Garavani, Azzedine Alaïa und Issey Miyake bei Guy Laroche beschäftigt.

1961 zog Guy Laroche in die Avenue Montaigne um, wo auch viele andere Modehäuser und Luxusfirmen ansässig waren und sind. Gleichzeitig kam die erste Prêt-à-porter-Kollektion auf den Markt, die 1966 noch um eine Herren-Kollektion ergänzt wurde. Sehr erfolgreich waren auch Parfums wie Fidji (1966), Drakkar (1972), J'ai Osé (1977), Drakkar Noir (1982), Clandestine (1986), Horizon (1993) und Drakkar Dynamik (1999), die in Lizenz von L'Oréal hergestellt wurden.

1971 erwarb Marcel Bich, der Gründer und Besitzer des Schreibwaren- und Feuerzeugherstellers Bic, 50 Prozent des Modehauses, die er 1979 an die Société Bic weiterreichte. Die anderen Anteile gehörten Guy Laroche, dem Geschäftsführer Pierre Lafont und dem US-Investor Bernard (Bernie) Cornfeld. In den 1970er Jahren eröffneten in vielen Metropolen der Welt Guy-Laroche-Boutiquen.

Nach dem Tod des Gründers 1989 geriet das Unternehmen in eine Krise, die dazu führte, dass 1995 erst die Haute-Couture-Abteilung geschlossen wurde und dann nach und nach auch die Boutiquen (bis auf das Stammhaus in Paris). Das Unternehmen setzte nun auf preiswerte Damen- und Herrenbekleidung (u.a. Guy Laroche Jeans), außerdem auf die Lizensierung der Marke Guy Laroche für unterschiedliche Produkte (u.a. Accessoires, Brillen, Handtaschen, Parfums, Porzellan, Schreibgeräte, Uhren). Inzwischen werden auch Teile der Bekleidung von Lizenznehmern hergestellt. Lediglich die Damenkollektion wird noch immer in Paris entworfen und auf dem Laufsteg vorgeführt.

2001 wurde die Guy Laroche S.A.S. von dem Bekleidungsunternehmen Rech International (Georges Rech) übernommen, der das Unternehmen aber bereits 2004 an den chinesischen Textilhandelskonzern YGM Trading Ltd. weiterverkauft.

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