Markenlexikon

Fontana

Ursprungsland: Niederlande

PHILIPS PHONOGRAPHISCHE INDUSTRIE, FONTANA: Die Philips Phonographische Industrie (PPI; ab 1967 Phonogram), die Musikabteilung des niederländischen Elektrokonzerns Philips, etablierte 1958 mit Fontana (ital. Brunnen) ein zweites Label, auf dem zunächst noch weniger bekannte Künstler ihre Platten veröffentlichten, u.a. Al Saxon, Jimmy Jaques, Tommy Reilly, die Lana Sisters und Matt Monro, der später den Titelsong des 2. James-Bond-Films »Liebesgrüße aus Moskau« sang.

EPIC, COLUMBIA, CBS RECORDS: Daneben veröffentlichte Fontana auch Platten des US-Vetriebspartners CBS-Columbia/Epic in Europa (u.a. Frank Sinatra, Johnny Mathis, Marty Robbins). Nachdem Philips auf Veranlassung von CBS-Columbia 1962 mit CBS Records ein weiteres Label ins Leben gerufen hatte, endeten diese Veröffentlichungen jedoch. Ab 1964 gründete CBS-Columbia in Europa eigene CBS-Records-Niederlassungen und erwarb in Großbritannien ein Presswerk von Oriole/Embassy Records, wodurch das Vertriebsabkommen mit Philips beendet wurde. 1964 entstand eine Fontana-Niederlassung in den USA, deren Platten von der Philips-Tochter Mercury Records vertrieben wurden.

NANA MOUSKOURI: Zum lange Zeit größten Star des Labels stieg ab 1961 die griechische Sängerin Nana Mouskouri auf. Weitere – teilweise erst später berühmte – Künstler, die ihre ersten Platten auf Fontana veröffentlichten, waren u.a. Eden Kane, Elton John, Kiki Dee, Jimmy Page (später Mitbegründer von Led Zeppelin), Manfred Mann, Ravi Shankar, Roger Whittaker, Slade, Steam, Sweet, The High Numbers (später The Who), The Merseybeats, The New Vaudeville Band, The Pretty Things, The Troggs, Wayne Fontana & The Mindbenders und Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick & Tich.

ISLAND RECORDS, TAMLA MOTOWN, VANGUARD RECORDS, VEE-JAY RECORDS: Daneben gab es auch weiterhin Vertriebsabkommen mit Plattenfirmen wie Island Records (Jackie Edwards, Jimmy Cliff, Millie, Spencer Davis Group), Tamla Motown (The Miracles, The Marvelettes), Vanguard Records (Buffy Sainte-Marie, Country Joe & The Fish Joan Baez, The Rooftop Singers , The Weavers) und Vee-Jay Records (Betty Everett, Jerry Butler, Little Richard).

JE T’AIME... MOI NON PLUS: Für einen Skandal sorgte im Sommer und Herbst 1969 der von Jane Birkin und Serge Gainsbourg gesungene Stöhnsong »Je T’Aime... Moi Non Plus«, der zunächst von Fontana veröffentlicht wurde. Viele Radiosender, wie etwa die BBC, spielten den Song nicht, trotzdem erreichte er im September 1969 Platz 2 der britischen Hitparade. Nachdem Frits Philips, der Präsident des Philips-Konzerns, mitbekommen hatte, dass der Song ein Produkt seines Unternehmens war, musste Fontana die Auslieferung stoppen. Gainsbourg fand jedoch schnell eine andere Plattenfirma (Major Minor), die den Song weiter vermarktete und diese neue Pressung stieg bis auf Platz 1 der Charts. Auch in vielen anderen europäischen Ländern erreichte die Aufnahme hohe Chartpositionen.

POLYGRAM: Nachdem Philips/Phonogram 1969 das Rocklabel Vertigo etabliert hatte, wurden die Musiker dieses Genres zu dem neuen Label transferiert. 1972 ging das Label in den Besitz des Jointventures PolyGram (POLYdor + PhonoGRAM) über, an dem Philips und Siemens zu je 50 Prozent beteiligt waren. Ab Mitte der 1970er Jahre wurde das Label Fontana nur noch selten verwendet. In den späten 1980er und frühen 1990er Jahren erschienen einige Platten von Tears For Fears (»The Seeds of Love«, »Tears Roll Down – Greatest Hits 82 – 92«) und den Cocteau Twins (»Four-Calendar Café«, »Snow«, »Twinlights«, »Otherness«, »Milk & Kisses«) bei Fontana.

UNIVERSAL MUSIC GROUP: 1998 verkaufte Philips – seit 1987 alleiniger Besitzer der PolyGram-Gruppe – seine Musiksparte an den kanadischen Spirituosenkonzern Seagram, dem bereits die Universal Studios und die Universal Music Group, die frühere MCA Music Entertaiment Group, gehörten. Seagram integrierte PolyGram mit ihren zahlreichen Labels daraufhin in die Universal Music Group.

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