Markenlexikon
Bereits die alten Ägypter verwendeten vor rund viertausend Jahren eine Art Zahnpulver aus gemahlenem Bimsteinpulver und Weinessig, das mit Hilfe von Stöckchen oder den Fingern auf die Zähne geschmiert wurde. Eine andere Mixtur bestand aus Malachit, Ocker und Terebinthenharz; sie findet sich auf einem Papyrus aus dem 16. Jahrhundert v. Chr., das Hunderte von Rezepten, Verordnungen, Lehr- und Zaubertexten enthält. Als Mundspülung diente Soda (Natron), ein Salzmineral, das im Altertum auch als Reinigungsmittel, zur Trocknung von Leichen oder zum Bleichen der Haare verwendet wurde. Eine Tontafel aus der berühmten Bibliothek des assyrischen Königs Assurbanipal in Ninive verrät die Zusammensetzung der dortigen Zahnpasta: Alaun (Kaliumaluminiumsulfat), Minze und Turû-Aroma.
Die Römer schrubbten sich die Zähne mit Leinentüchern und Marmorstaub, Hirschhornasche oder der Asche verbrannter Mäuseköpfe. Mundwässer enthielten im alten Rom nicht nur Minze, Ingwer, Zimt, Pfeffer oder Myrrhe, sondern auch Urin, der durch seinen hohen Ammoniakgehalt gut desinfizierte. Auch Kreide, ein feines, mikrokristallines Sedimentgestein, wurde später zum Zähneputzen verwendet.
Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts mischte sich im Prinzip jeder Haushalt sein eigenes Zahnreinigungsmittel zusammen, sofern überhaupt Zahnpflege betrieben wurde. Zutaten waren u.a. Salz, Kalk, Bimssteinpulver, Holzkohlepulver, Backpulver, Alaun und Geschmacksstoffe wie Zimt, Minze, Kampfer oder Myrrhe. Zu dieser Zeit kamen auch die ersten sogenannten Zahnseifen auf, eine Mixtur aus Seife, Calciumcarbonat, Kalk und verschiedenen Geschmacksstoffen.
In den USA begann die Firma Colgate, die der Seifensieder und Kerzenmacher William Colgate (1783 – 1857) seit 1806 in New York City betrieb, 1873 mit der Massenproduktion von Zahnpulver in Glasflaschen (Colgate's Antiseptic Dental Powder). Nachdem der Zahnarzt und Chemiker Dr. Washington Sheffield aus New London/Connecticut 1892 erstmals Zahncreme in Metalltuben verkauft hatte (Dr. Sheffield's Creme Dentifrice), brachte auch Colgate 1896 eine Zahncreme in Tuben auf den Markt (Colgate's Ribbon Dental Cream). Die Idee zur Zahnpastatube hatte Sheffields Sohn Lucius, der in Paris studierte. Dort verwendeten die Maler Farben, die sie aus flexiblen Metalltuben herausdrückten. Um die Jahrhundertwende stellte Colgate bereits rund dreitausend verschiedene Seifen, Zahncremes, Parfums, Rasierwässer und andere kosmetische Produkte her. In den 1920er und 1930er Jahren expandierte die Firma nach Europa (1920 Niederlande, 1922 Großbritannien, 1923 Frankreich, 1927 Deutschland und Italien, 1928 Belgien, 1931 Schweiz). 1928 schloss sich Colgate mit dem Seifenhersteller Palmolive Peet Company zusammen.
Bis heute ist die Colgate-Palmolive Company mit ihren Marken Colgate, Dentagard (seit 1970), Colgate-Zahnbürsten (seit 1983), Plax Anti-Plaque Mouthwash (war 1986 von Pfizer auf den Markt gebracht worden und gehört seit 1991 zu Colgate-Palmolive) und Kolynos (war 1908 von dem Dentisten Newell Sill Jenkins entwickelt worden und wurde 1995 von Colgate-Palmolive gekauft) internationaler Marktführer im Bereich der Zahnpflege. 2004 erwarb Colgate-Palmolive die 1638 gegründete Schweizer Firma Gaba (Goldene Apotheke Basel), die mit ihren Marken Aronal (seit 1954), Elmex (seit 1963) und Meridol (seit 1986) vor allem in Europa erfolgreich ist.
Daneben produziert das Unternehmen auch das Waschmittel Fab (seit 1947), das Reinigungsmittel Ajax (seit 1947), den Weichspüler Suavitel/Soupline/Softlan (seit 1962), das Geschirrspülmittel Palmolive (seit 1966), die Gard-Haarpflegeprodukte (seit 1967; wurde 2008 verkauft), die Körperpflegeserie Irischer Frühling/Nordic Spring/Irish Spring (seit 1970/1972), die Haarpflegeserie Caprice (seit 1975), Protex-Seife (seit 1985), Softsoap (Kauf 1987), den Holzreiniger Murphy's Oil Soap (Kauf 1991), Mennen Speed Stick (Kauf 1992), die Körperpflegserie Sanex (Kauf 2011) und seit 1976, als man die Firma Riviana Foods (Hill's Pet Nutrition) übernommen hatte, auch Tierfutter.